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Federrupfer
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mehr zum Thema "rupfen" findet sich im Hauptmenü
unter "Verhalten" bei
Störungen im Verhaltungen

 

Artikel der American Cockatiel Society (ACS) (siehe unten)
Der folgende Beitrag stammt im Original "FEATHER PICKING " von David J. Kersting, D.V.M. und wurde auf den Seiten der ACS veröffentlicht. Alle Rechte liegen bei David J. Kersting und der ACS. Mit freundlicher Genehmigung von Keith Jennings (ehem. Präsident der ACS) und
von Debbie Maneke, der jetzigen Präsidentin der American Cockatiel Society (ACS), Herausgeberin und Webmasterin der ACS-Seiten hat das NL über einen ehemaligen Moderator des NL-Forums die persönliche Erlaubnis erhalten, dass wir den Text übersetzen und auf die Seiten des NL stellen dürfen. Übersetzt wurde der Text von Yiska.

Das Copyright für die deutsche Version liegt allein beim Nymphensittichlexikon (NL) - kopieren, verlinken der einzelnen Seite und/oder die Verwendung (auch auszugsweise) auf nicht zum NL gehörenden Seiten ist nicht gestattet.

 

Federrupfer

Federrupfen kann eines der frustrierendsten Erlebnisse sein, die ein Vogelhalter erlebt. Diese Verhaltensweise ist für den Tierarzt genauso stark frustrierend, weil die Ursachen und Hintergründe so komplex sind. In vielen Fällen kann Federrupfen einen medizinischen Hintergrund haben. Ein gründlicher Check-up beim Tierarzt wird meist der erste Schritt sein, um die Ursachen zu ergründen. Wenn ein medizinischer Hintergrund ausgeschlossen werden kann, muss das Umfeld des Vogels untersucht werden, ob das Federrupfen verhaltenspsychologische oder genetische Hintergründe hat, also, ob das Verhalten erlernt oder angeboren ist. In diesem Fall ist es möglicherweise angebracht, einen Termin bei einem Verhaltenstherapeuten mit Erfahrungen auf diesem Gebiet zu machen.

Es gibt aber auch einige Dinge, die der Halter zu Hause beobachten kann, um Probleme zu erkennen, die zum Federrupfen geführt haben könnten.

Das erste Problem vieler Vögel kann der Standort des Käfigs sein. Wir konnten oft beobachten, dass Vögel gerne im Mittelpunkt des Familienlebens sein wollen, aber bei nervösen Vögeln oder einigen Arten ist dies nicht angebracht. Papageien haben einen angeborenen „Flucht-Instinkt“, weshalb es wichtig ist, den Käfig richtig zu platzieren. Der „Beute-Räuber-Instinkt“ ist dafür verantwortlich, dass der Papagei mehr visuell stimuliert ist als andere Tiere. Der Käfig sollte in einer Ecke des Zimmers stehen, so dass der Vogel nur auf zwei anstatt auf vier Seiten aufpassen muss. Ebenso sollte der Käfig nicht in der Mitte des Geschehens stehen, weil es die Tiere nur nervöser und ängstlicher macht. Auch sollte der Halter darauf achten, dass keine anderen Tiere auf den Käfig springen oder vor dem Käfig lauern könnten, weil das die Tiere auch sehr ängstlich macht. Den Käfig direkt vor das Fenster zu stellen, könnte für ein ängstliches Tier, das gerade schlafen möchte, ebenso eine Belastung sein, besonders, wenn draußen viele Tiere, speziell Raubvögel, sind. Denken Sie daran, dass Eulen und Falken die natürlichen Feinde Ihrer Vögel sind. Wenn das Tier visuell zu stark angesprochen wird, findet es keine Ruhe und Entspannung. Der Grund, weswegen wir die Vögel von Fenstern, Türen und lebhaften Räumen fernhalten, ist, ihnen die größtmögliche Sicherheit zu geben.

Schlaf ist ein anderes Problem, dass wir mit unseren Papageien haben können. Für einen federrupfenden Papageien ist angemessener Schlaf sehr wichtig. Jeder Papagei sollte mindestens 12 Stunden Schlaf täglich bekommen. Schlaf ist hier definiert als die ununterbrochene Phase zwischen dem Zeitpunkt, an dem wir unsere Vögel abends ins Bett bringen bis zu dem Zeitpunkt, an dem wir sie morgens abdecken. Ein Schläfchen zwischendurch zählt nicht mit zu den zwölf Stunden Schlaf. Ein anderer Fehler, den der Halter begehen kann, ist, dass der Käfig während dieser Schlafenszeit nicht ruhig und dunkel steht. Selbst wenn der Käfig abgedeckt ist und der Fernseher läuft, ist ein dunkler und ruhiger Raum nicht mehr gewährleistet. Der Vogel wird immer noch Lichtblitze sehen und auch fremde Laute hören, die ihn von seinem Schlaf abhalten. Doch Schlaf ist wichtig, um Ängstlichkeit und Nervosität zu reduzieren. Wenn zwölf Stunden Schlaf in dem Raum, in dem sich der Vogel aufhält nicht gewährleistet werden kann, schlage ich vor, den Vogel für die Nacht in einem separaten Raum unterzubringen oder einen Schlafkäfig in einem anderen ruhigeren Raum zu haben.

Ein drittes wichtiges Problem ist das Baden. Wenn möglich sollte der Vogel täglich baden. Dies kann besonders einem federrupfenden Vogel sehr gut tun. Einen Großteil der Zeit seines Lebens verbringt der Papagei mit der Gefiederpflege. In dem Moment, in dem das Federrupfen anfängt, könnte es ein Anzeichen von trockener Haut, schlechtem Federzustand oder schlechter Gefiederpflege sein, was durchaus auch von zu wenig Baden kommen kann. Es gibt viele Papageien, die baden nicht mögen. In diesem Fall können alternative Methoden ausprobiert werden. Manche Vögel mögen es, eingenebelt zu werden, andere nehmen lieber eine Dusche und wieder andere schlagen ein Bad in einer Schüssel nicht aus. Denken Sie daran, dass Sie immer die am wenigsten stressige Bademethode suchen, um Nervosität und Ängstlichkeit zu reduzieren und nicht, um sie noch zu steigern.

Spielzeug kann ein anderes Problem darstellen. Es ist sehr wichtig, dem Schnabel Ihres Papageien etwas anderes zu bieten, als seine eigenen Federn. Einige Spielzeuge sind speziell für federrupfende Vögel gemacht, wie zum Beispiel „Shredder“, „Staubbesen“, „Miss Millet Holders“ und „Schnuller“. Diese Spielzeuge ähneln dem Gefühl nach einem Federschaft, um den Vogel zu animieren, das Spielzeug zu pflegen, zu benagen und auch zu zerstören, anstatt dies mit seinen Federn zu tun. Es wird empfohlen, mindestens vier bis fünf Spielzeuge ständig im Käfig zu haben. Es wird ebenso helfen, bei den Spielsachen abzuwechseln und ihren Standort im Käfig regelmäßig zu verändern. Das wird das Interesse am Spiel steigern und auch helfen, dass sich die Vögel an neue Dinge schneller gewöhnen. Wenn ein Papagei wegen eines neuen Spielzeugs nervös erscheint, untersuchen Sie die Hintergründe! Oft ist das Spielzeug zu groß oder die Farbe macht dem Vogel aus gewissen Gründen Angst. Als erstes lassen Sie es außerhalb des Käfigs ein wenig entfernt liegen. In den nächsten Tagen bringen Sie es dann immer näher an den Käfig heran und schauen, ob der Vogel etwas positiver darauf reagiert. Wenn der Vogel nun immer noch ängstlich ist, empfehle ich ein komplett anderes Spielzeug. Einige Halter haben nie neues Spielzeug angeboten, weil es so schien, als würde der Vogel nicht damit spielen mögen. Wenn dem so sein sollte, würde ich vorschlagen, eine neue Methode der „Spielzeugeinführung“ oder das regelmäßige Rotieren der alten Spielzeuge zu versuchen. Achten Sie darauf, dass das Spielzeug die richtige Größe hat und überlegen Sie, was für den Vogel interessant sein könnte. Denken Sie immer daran, wenn der Papagei das Spielzeug schnell kaputt macht, ist es ein tolles Spielzeug - kaufen Sie davon mehr oder ähnliches. Der größte Kostenfaktor ist, den Papageien mit Spielzeug zu versorgen!

Ein fünftes Problem sind die Sitzstangen. Korrekte Sitzstangen sind nicht nur für gesunde Füße wichtig. Sind die Stangen zu groß oder zu klein, fühlt sich der Vogel unsicher und ist generell mehr aufgeregt. Graupapageien zum Beispiel haben große Schwierigkeit mit ihren kleinen Füßen und großen Körpern zu balancieren. Im Gegensatz zu anderen Arten können sie sehr leicht herunterfallen. Junge Papageien sind außerdem zu Beginn sehr ungeschickt und es dauert eine Weile bis sie Gewandtheit erlernt haben. Wenn Papageien oft fallen und sich mitunter auch verletzen, kann es große Ängstlichkeit in ihnen wecken. Oft der Beginn des Federrupfens! Ein Papagei, der viel fällt, bricht sich oft Federn ab und deren rauhe Enden animieren zum knabbern. Wenn Sie Stangen aussuchen, denken Sie an die richtige Größe für Ihren Vogel. Achten Sie auf Abwechslung in der Form, und auch auf natürliche Stangen. Auch weiche Dinge wie Seile oder auch Sitzbrettchen oder kleine Hütten können zum Schlafen benutzt werden, denken Sie nur daran, sie hoch anzubringen, damit die Vögel sie auch benutzen. Achten Sie auch darauf, dass der Vogel leicht von einer Stange zur anderen gelangen kann, um ihm die Sicherheit zu geben nicht zu fallen.

Das letzte Problem ist das (NICHT)-Belohnen bei Federrupfen. Das Wichtigste, was wir tun können, ist, den Vogel für diese Eigenart nicht zu belohnen. Dem Vogel zu erzählen, dass er ohne Federn hässlich ist und mit ihm zu schimpfen, wenn er gerade rupft, animiert ihn nur weiter dazu. Papageien sind wie kleine Kinder, sie wollen ständig Aufmerksamkeit von ihren „Eltern“ und es ist ihnen egal, ob positive oder negative. Immer, wenn ein Elternteil dem Kind Aufmerksamkeit schenkt, ermutigt es das Kind, weiter zu machen und das gezeigte Verhalten zu wiederholen, um noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Anstatt ihm nun Aufmerksamkeit zu schenken, lenken Sie den Vogel lieber mit einem Spielzeug ab oder machen sie etwas, dass die Aufmerksamkeit des Papageis weg von seinen Federn lenkt.

Diese wichtigen Dinge, die zu Federrupfen führen können, sollten wir zuerst untersuchen. Sind diese bekannt, müssen wir auch noch andere Dinge beobachten, die wichtig sein könnten.
Rupft der Vogel nachts oder am Tag?
Macht er es, wenn wir im Raum sind, oder wenn er sich alleine fühlt?
Reagiert der Vogel nervös auf ein Familienmitglied oder hat sich etwas in seiner Umgebung verändert?

Wir müssen die Gründe für seine Nervosität und Ängstlichkeit verstehen, bevor wir das Rupfen unter Kontrolle bringen können. Hoffentlich haben wir mit diesen wichtigen Informationen nun einen glücklicheren und gesünderen Papageien zu Hause.

 
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