rezessive Vererbung
Rezessive Erbgänge liegen vor, wenn ein Farbschlag "versteckt" weitergegeben wird: d.h., dass die Vögel zwar nicht die rezessive Farbe zeigen, sie wohl aber im Erbgut vorhanden ist. Treffen nun Eltern zusammen, die beide die gleiche rezessive Farbe im Erbgut haben (Spalterbigkeit!), so tritt die rezessive Farbe bei deren Nachwuchs anteilig in Erscheinung, je nachdem, welches Chromosom ( X oder Y) der Träger der jeweiligen Farbe ist (Erklärung zu den Chromosomen unter "geschlechtsgebundene Erbgänge").
Mit anderen Worten: Jeder Elternteil muss eines, und noch dazu das gleiche, der rezessiven Farbgene haben.
Im Gegensatz zu der geschlechtsgebundenen Vererbung sind hier die Farbgene NICHT an ein bestimmtes X-Chromosom gebunden und auch Weibchen können spalterbig sein!
Die Kennzeichnung der rezessiv vorhandenen Farben erfolgt international mit Kleinbuchstaben. „eingedeutscht“ sieht z.B. die Auflistung möglicher rezessiver Genkombinationen aus der Verbindung von zwei Vögeln, die rezessiv spalterbig in Weißkopf sind, wie folgt aus:
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wk = rezessiv Weißkopf vorhanden,
n = für rezessiv nicht vorhanden
wkwk würde somit heißen, dass die Farbe Weißkopf sichtbar ist,
nn = keine Gene in Weißkopf vorhanden
wkn und nwk sind "halb Weißkopf, halb wildfarben": die Sichtbarkeit Weißkopf (wk) wird aber durch die Dominanz der Wildfarbe unterdrückt bzw. verdrängt, so dass kein wk sichtbar ist. Nur wenn die Kombination wkwk und damit die Farbe zweimal vorhanden ist, wird sie auch als Farbe am Vogel sichtbar.
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Beispiele für rezessive Erbgänge sind folgende Farbschläge: Weißkopf, Falbe, Silber (rezessiv), Schecke
Hier anhand des Diagramms die möglichen Nachkommen auf dem Weg der rezessiven Vererbung am Beispiel
wildfarbener Hahn, spalterbig in Weißkopf x wildfarbener Henne, spalterbig in Weißkopf
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Männliche Nachkommen:
XNXN wkwk = Weißkopf
XNXN wkn = wildfarben, spalterbig WK
XNXN nwk = wildfarben, spalterbig WK
XNXN nn = wildfarben reinerbig
Weibliche Nachkommen:
XNY wkwk = Weißkopf
XNY wkn = wildfarben, spalterbig WK
XNY nwk = wildfarben, spalterbig WK
XNY nn = wildfarben reinerbig
Für den Züchter heißt dies: er bekommt rein rechnerisch jeweils von beiden Geschlechtern rein reinerbige Weißköpfe und wildfarbene sowie wildfarbene spalterbig in Weißkopf – und von letzteren die doppelte Anzahl |
Hier nun ein "schweres" Beispiel:
wildfarbener Hahn, spalterbig in zimt, geperlt und Weißkopf x Schecken-Henne, spalterbig in Weißkopf
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XZ = zimt
XP = geperlt
XS = Schecke
Damit ergeben sich allein 8 genetische Codes für die männlichen Nachkommen und ebenso 8 für die weiblichen:
Männliche Nachkommen:
XZXS wkwk: Weißkopf spalterbig in Zimt und Schecke
XZXS wkn: wildfarben spalterbig zimt, Schecke und WK
XZXS nwk: wildfarben spalterbig zimt, Schecke und WK
XZXS nn: wildfarben, spalterbig Zimt und Schecke
XPXS wkwk: Weißkopf, spalterbig in geperlt und Schecke
XPXS wkn: wildfarben, spalterbig geperlt, Schecke und WK
XPXS nwk: wildfarben, spalterbig geperlt, Schecke und WK
XPXS nn: wildfarben, spalterbig in geperlt und Schecke
Weibliche Nachkommen:
XZY wkwk: Weißkopf, spalterbig in geperlt und Schecke
XZY wkn: zimt, spalterbig WK
XZY nwk: zimt, spalterbig WK
XZY nn: zimt
XPY wkwk: Weißkopf geperlt
XPY wkn: geperlt, spalt WK
XPY nwk: geperlt, spalt WK
XPY nn: geperlt
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Dieses Beispiel lässt sich genauso mit den anderen rezessiven Farbschlägen „durchrechnen“: Schecke, Weißkopf, Falbe, Silber (rezessiv). Der Farbschlag Rezessiv Silber (rezessive Vererbung) hat rote Augen im Gegensatz zu Dominant Silber.
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