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Copyright: Phantomine

Clicker Training: "Das Hütchenspiel "

Linda Morrow erlaubte uns die Verwendung ihrer Fotos und das Übersetzen ihrer Texte. Das Copyright liegt bei ihr und für die dt. Version beim Nymphensittichlexikon.
Hinweis: Das Kopieren und/oder Veröffentlichen der ganzen Seite und/oder auszugsweise ist ohne schriftliche Zustimmung der Copyright-Inhaber nicht gestattet.

 

Das Hütchenspiel von Doug Cook
(Originaltext von Doug Cook Copyright 2000-2001 Linda Morrow)

Die Grundidee:
Das Prinzip des Hütchenspiels ist, ein Bällchen, eine Murmel o.ä. unter eines von drei Hütchen zu legen, diese dann - während der Vogel zuschaut - zu mischen, anschließend den Vogel auf den Trainingsplatz setzen, woraufhin er zu dem Hütchen, unter dem das Objekt versteckt ist, gehen wird und dieses umwirft.

Copyright: Linda Morrow

"Zazu", ein Sonnensittich:
auch kleine Vögel können das Hütchenspiel und andere Verhaltensweisen lernen
Du brauchst:
  • die Motivation (Belohnung)
  • die "Brücke" (Clicker)
  • das Trainingsgerät (3 Hütchen und ein Bällchen)
  • den Trainingsplatz
  • Trainings-Tagebuch (Führen von Aufzeichnungen)

Die Motivation:
Das kann der schwierigste Teil beim Trainieren eines Vogels sein. Denn sie sind nicht immer so gut mit Futter motivierbar wie andere Tiere. Wenn Du also Futter als Belohnung verwendest, solltest Du vor der regulären Fütterung trainieren. Wir wenden keinen Futter-Entzug, sondern Futter-Einteilung (Futter-Management) an.Es ist besser, wenn das Leckerli, das man für das Training verwendet, nicht im normalen Futter enthalten ist, so wird es umso verlockender sein.Wenn es mit Futter nicht geht, könnte auch ein kurzes Krauli oder ein lobendes Wort die Belohnung sein. Verwende das, was Dein Vogel am meisten als Belohnung empfindet.

Die "Brücke":
Eine Brücke ist ein Signal, das den Vogel wissen lässt, dass er für genau das, was er zu dem Zeitpunkt machte als das Signal ertönte, eine Belohnung bekommen wird, z.B. das Klick-Geräusch eines Clickers. Man kann auch ein Wort als Brücke verwenden, aber ich bevorzuge den Clicker, da er immer gleich und präzise klingt.

Das Trainingsgerät:
Du brauchst 3 Hütchen oder etwas ähnliches, die müssen identisch sein müssen. Nur eines bekommt eine Markierung. Diese braucht nicht groß zu sein, sollte sich aber farblich gut abheben. Weiter brauchst Du ein Bällchen, ein Schneckenhaus oder eine Murmel - etwas das unter das Hütchen passt.Die Trainingsgegenstände sollten nur beim Training und bei Vorführungen verwendet werden, und nicht als Spielzeug. Die Vögel sollten auch nie mit den Gegenständen unbeaufsichtigt gelassen werden!Die Gegenstände dürfen nicht giftig sein. Was man zu ihrer Herstellung braucht, findet man in Bastelgeschäften, Billig- und Flohmärkten. Wasche alles gründlich vor der Verwendung.

Der Trainingsplatz:
Der Trainingsplatz sollte ein sicherer Platz ohne Ablenkungsmöglichkeit sein.
Ausgangs- /Ruhepunkt ist der Trainingssitz, der Freisitz oder ein spezieller Trainingsast. Hier sitzt der Vogel, wenn er nicht auf dem Trainingsplatz (normalerweise irgendein Tisch) ist.

Trainings-Tagebuch:
Ein Trainings-Tagebuch muss nichts Großartiges sein, es genügt ein Blatt Papier, auf dem Du Dir Notizen machst. Das Führen des Tagebuchs hilft Dir dabei, einen gemachten Fehler zu wiederholen, es hält die Ereignisse frisch in Deiner Erinnerung und lässt Dich nach einer Unterbrechung wieder den Anschluss finden.

Fertig zum Start? Dann los!

Konditionierung
Die erste Aufgabe, nachdem Du eine gute Belohnung herausgefunden hat, ist die "Brücke konditionieren".
Was das bedeutet? Es bedeutet, dass der Vogel verstehen muss: "Brücke = Belohnung" oder, wie ein Clicker-Trainer, der Leckerlis als Belohnung verwendet, sagen würde: Click = Leckerbissen.
(Wenn Du keinen Clicker hast, mach ein Klick-Geräusch mit dem Mund, bis Du einen Clicker auftreiben kannst.)
Wir konditionieren die Brücke, indem wir clicken und daraufhin ein Leckerli geben. Diese Übungseinheiten kann man untertags wiederholen, oder ein- oder zweimal pro Woche, so wie es Dir bequem ist.
Normalerweise braucht es nur ein paar Einheiten, bis Dein Vogel versteht worum es geht.

Das markierte Hütchen
Das ist der wichtigste Teil des Verhaltens. Nur das markierte Hütchen darf auf dem Tisch sein. Der Vogel muss lernen, sich auf die Markierung zu konzentrieren, das ist der Trick bei dem ganzen Verhalten. Hier ist das Targeting sehr nützlich, besonders wenn Dein Vogel sich vor Neuem fürchtet. Leite den Vogel zu dem markierten Hütchen.Clicke und belohne für Bewegungen in Richtung des Hütchens. Nicht hetzen, Du musst das alles nicht in ein oder zwei Übungseinheiten hinkriegen. Führe den Vogel mittels Targeting zu der Markierung auf dem Hütchen.Sobald er die Markierung verlässlich mit dem Schnabel berührt, versuch es ohne Target, wenn er die Idee noch nicht durchschaut hat, dann mach einen Schritt zurück und mach weiter mit dem Targeting der Markierung.Wenn der Vogel soweit ist, dass er die Markierung auf dem Hütchen berührt, muss man ihn dazu bringen, dieses umzuwerfen. Belohne ihn jetzt nicht, bis er es umgeworfen hat. Das nennt man "den Schwierigkeitsgrad erhöhen".Sobald der Vogel gelernt hat, das Hütchen umzuwerfen, gibst Du den Gegenstand (Bällchen, Murmel o.ä.) darunter. Sollte er das das Hütchen umwerfen und durch das herumrollende Bällchen erschrecken (was wir ja nicht wollen), gib ihm ein ein paar extra Leckerlis, damit er sich auf die Belohnung konzentriert.Ab und zu extra Leckerlis zu geben, hilft auch, das Interesse des Vogels zu erhalten. Man nennt dies "Jackpot". Wir geben Jackpots auch dann, wenn wir sehen dass er ein "Aha-Erlebnis" hat oder sich besonders bemüht.Wenn Dein Vogel verlässlich zu dem Hütchen geht, die Markierung berührt und das Hütchen umwirft, ist es Zeit, ein zweites Hütchen dazuzunehmen.

Das zweite Hütchen
Jetzt stellst Du ein weiteres Hütchen dazu auf den Tisch. Clicke und belohne den Vogel nur, wenn er das markierte Hütchen umwirft. Wechsle auch die Position der Hütchen. Wenn notwendig, kannst Du Dein Target verwenden, um seine Aufmerksamkeit wieder auf die Markierung zu lenken.Setze diese Trainingseinheiten fort, bis der Vogel jedes Mal das richtige Hütchen umwirft. Dann ist es Zeit zum dritten Hütchen weiterzugehen.

Das dritte Hütchen
Dies ist der Punkt, an dem das Führen eines Trainings-Tagebuchs sehr hilfreich sein wird. Gib das dritte Hütchen zu den beiden anderen auf den Tisch. Clicke und belohne nur für das Umwerfen des markierten Hütchens. Ich bezeichne die Positionen in meinem Trainings-Tagebuch mit 1, 2, 3. "1" steht für das linke Hütchen, "2" für das mittlere und "3" für das rechte. Notiere jedes Mal, an welche Stelle Du das markierte Hütchen gibst, um zu vermeiden, in ein gleichbleibendes Muster hineinzukommen. Du willst ja, dass der Vogel immer auf die Markierung achtet und sich nicht an eventuellen Regelmäßigkeiten orientiert.Zögere nicht, wieder das Target zu verwenden, um die Hinwendung des Vogels auf die Markierung zu verstärken.Du wirst es daran merken, dass der Vogel das Hütchenspiel begriffen hat, wenn er das richtige Hütchen aktiv sucht. Gib ihm einen großen dicken Jackpot und viel Lob, wenn er dieses "Aha-Erlebnis" hat.Wenn er auf seinem Platz sitzt, von wo aus er zuschauen kann, wie Du die Hütchen mischt, wird dies die Zuschauer begeistern, sei es Deine Familie oder eine große Menge.

Merke Dir:

  • halte das Training einfach und so, dass es Spaß macht
  • mach Dir dabei Notizen
  • wenn Du das Gefühl hast, keine Fortschritte zu erzielen, geh einen Schritt zurück. Lass Dich nicht frustrieren, und frustriere den Vogel nicht
  • versuche die Trainings-Sitzungen mit etwas Positivem zu beenden
  • wenn Du essbare Belohnungen verwendest, trainiere vor der Fütterung
  • wenn Du am Abend trainierst, kannst Du den Futternapf ein Weilchen vor dem Training entfernen, nur vergiss nicht, ihn danach wieder zurückzustellen
  • gib Jackpots
Viel Spaß mit dem Training! 
 
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