NL Logo
 
 
Start StartInhalt InhaltKontakt KontaktGästebuch GästebuchNL-Forum NL-ForumNL-Shop (geschlossen) NL-Shop (geschlossen)
 

Home
Start ...
Kurzinfos A-Z
kurz & bündig ...
FAQs
A - K ...
L - Z ...
Haltung
Wohlfühlgarantie ...
Ernährung
essen und trinken ...
Verhalten
warum, wieso ...
krank ?
erkennen, helfen ...
Farbschläge
grau, gelb, weiß ...
Brut und Zucht
der Storch kommt ...
Clicker-Training
"klick & schleck" ...
Grundlagen des Tiertrainings
Home - Clicker-Training
Copyright: Phantomine

Clicker Training: "Gedanken über das Vogeltraining "

Linda Morrow erlaubte uns die Verwendung ihrer Fotos und das Übersetzen ihrer Texte. Das Copyright liegt bei ihr und für die dt. Version beim Nymphensittichlexikon.
Hinweis: Das Kopieren und/oder Veröffentlichen der ganzen Seite und/oder auszugsweise ist ohne schriftliche Zustimmung der Copyright-Inhaber nicht gestattet.

 

Gedanken über das Training von Doug Cook
(Originaltext von Doug Cook Copyright 2000-2001 Linda Morrow)

  • die Grundlagen
  • das "Hinaufsteigen"

    Doug Cook trainiert Tiere professionell seit 1972 und hat überall in den Vereinigten Staaten und auch in anderen Ländern gearbeitet. Er hat für "The American Animal Trainer Magazine" Artikel geschrieben und ist Teilnehmer an der "Clickbirds-e-mailing-list" (USA). Hunderte von Vögeln wurden vom ihm, dem erfahrenen Trainer und Vogelkundler trainiert, gezähmt, gezüchtet und großgezogen.

    Die nachfolgenden Texte sind Beiträge, die er in der "Clickbirds-e-mailing-list" veröffentlicht hat:

    Die Grundlagen des Tiertrainings:
    Wissenschaftliche Theorie contra praktische Anwendung

    Als ich zu Lernen anfing, wie man Tiere trainiert, war das ALLES, was ich gelernt habe. Keine spezielle Trainingsmethode wie OC (Anmerkung NL: OC = operant conditioning method (Fachbegriff) > instrumentales Konditionierungs-Training wie von B.F. Skinner definiert), keine abstrakten Theorien, nichts in der Art. Ich habe es in meiner Unwissenheit ganz gut gemacht, und erfolgreich mehrere Delfin- und Vogelshows einstudiert, ohne zu wissen, was OC bedeutet.

    Mit der Zeit lernte ich all das, aber das hat meine Fähigkeit, Tiere zu trainieren, nicht verbessert; ich hatte jetzt nur die Möglichkeit, zu ERKLÄREN, was zwischen dem Tier und dem Trainer vorgeht.
    Wie auch immer, ich habe OC immer als ein 4-teiliges Gerüst benutzt und beschrieben - und meinen Studenten und Lehrlingen immer erklärt, dass es viele Theorien gibt, die man lernen kann, aber dass alles, was man wirklich braucht, um Tiere oder Vögel zu TRAINIEREN, folgendes ist:

    Es sind 4 Schritte:

    1) man bietet einen Einsatz (oder einen Anreiz) - um das Tier in Bewegung zu bringen

    2) die Verhaltensweise - das Tier macht etwas (bietet ein Verhalten an)

    3) die Brücke - man "clickt" unmittelbar nachdem das gewünschte Verhalten (oder der ersten Schritt in Richtung zu diesem Verhalten) angeboten wurde, um zu zeigen: "das ist es, was ich will" - das Verhalten wird damit verbunden werden ...

    4) Bestätigung (oder Belohnung) - die "Bezahlung" für das vom Tier angebotene Verhalten, das der Trainer haben will. Das ist ganz einfach: wie schwarz oder weiß, ohne jegliche Grautöne. Du entscheidest einfach (sofort), ob das Tier das gewollte Verhalten zeigt: wenn ja, bekommt es seine Belohnung, wenn nein, dann nicht.

    Und dann versuchst Du es wieder. Wahrscheinlich wird das Tier Dir bei den Wiederholungen ein neues Verhalten anbieten, in der Absicht eine Belohnung zu erhalten. Die Tiere brauchen nicht lange, um das System zu verstehen, wonach sie belohnt werden . Warum? Weil sie sich um nichts anderes kümmern - sie verstehen die "ich bekomme die Belohnung oder nicht"- Folge. Sie werden bestrebt sein, die Belohnung zu erhalten. Sobald sie an den Clicker gewöhnt sind, wird alles was sie tun darauf abzielen, den "Click" und die Belohnung zu bekommen. Unterschätze sie niemals: sie verstehen das System, und werden Verhaltensweisen anbieten, um Dich zu überzeugen, ihnen die Belohnung zu geben. Eine wirklich sehr simple Vorgehensweise.

    Und der Rest - ebenso einfach:

    KRITERIEN - das ist der Grad der Leistung (die Qualität des Verhaltens), den das Tier erreichen soll, um die Belohnung zu erhalten. Es kann der Level, die Leistung, die Dauer (wie lang soll ich es machen) oder die Wiederholung bewertet werden. Der Trainer muss diesen Maßstab festlegen und diesen konsequent verfolgen und auch beurteilen, was akzeptabel ist damit das Tier seine Belohnung erhält. Der Trainer muss ebenso entscheiden, wann es dafür so weit ist.

    ÄNDERN DER KRITERIEN (oder wann von einem Tier mehr verlangt werden kann, um die Belohnung zu erhalten) - Ein Beispiel: Du hast dem Vogel beigebracht, auf einem Spielzeugklavier zu "spielen" und er kann eine bestimmte Taste anschlagen: er tut es konsequent, wann immer es von ihm verlangt wird. Nun ÄNDERST Du die Kriterien und forderst den Vogel auf, die Taste zu drücken. Dieses Mal klickst Du aber NICHT! Beobachte, was dann passiert. Wenn er die Taste sofort noch mal drückt, dann belohnst Du ihn. Wenn er das nicht tut, forderst Du ihn erneut auf und klickst nicht. Fordere ihn nochmals auf: wenn er dann jedes Mal die Taste gedrückt hat, belohnst Du ihn.
    Was Du ihm nun beizubringen versuchst ist folgendes: "drücke die Taste, bis Du das klicken hörst". Wenn er das gelernt hat, mehrmals auf die Taste zu drücken, belohnst Du ihn NICHT MEHR für einen einzelnen Druck auf die Taste. Du hast nun ja die Kriterien erhöht, also wird er nur dafür oder für höhere Leistungen belohnt. Wenn er zuverlässig mehrmals die Taste drückt, beginnst Du von Neuem ... alles klar?

    VORLAGE GEBEN für das Drücken von mehreren Tasten – wenn er für das Anschlagen nur einer Taste nicht mehr belohnt wird, wird der Vogel experimentieren: was passiert, wenn ich eine andere Taste drücke? Belohne ihn! Du kannst abwarten, ob er etwas neues probiert oder Du kannst ihn dahin führen. ZEIGE auf die andere Taste oder LOCKE ihn durch eine über die Taste gehaltene (oder darauf gelegte) Belohnung. Belohne ihn, wenn er verschiedene Tasten nacheinander drückt. Dein Vogel wird sehr schnell verstehen, dass er verschiedene Tasten drücken muss, um seine Belohnung zu erhalten.

    Am Anfang gewöhnst Du ihn ein paar Mal an ein paar Akkorde – dann kannst Du ihm durch das Steigern der Kriterien weitere Vorlagen vorgeben (für eine längere Melodie) ... eigentlich ganz einfach.

    Tiertraining ist wie das Kinderspiel "Wärmer und Kälter", das Du mit jemandem spielst, der eine andere Sprache spricht. Teile Deine Anforderungen an das Tier in seine einzelnen Schritte auf und belohne dann Deinen Schüler für jeden seiner Fortschritte, um diese einzelnen Schritte zu meistern.

    Eine Reihe ernstzunehmender Intellektueller wird sagen, das dies eine starke Vereinfachung eines sehr komplexen Prozesses sei usw.... Das kann auch gut sein, ABER es sichert mir nun schon seit fast 30 Jahren mein Einkommen. Und es erfüllt die Bedürfnisse von Neulingen im Tiertraining und von Tierbesitzern.

    Viel Spaß mit dem Clicker-Training – und Du musst ja nicht gleich zum Spezialisten werden.

    Das "Hinaufsteigen"

    Neulich habe wir einige Schriftstücke zum Thema "Benehmensberatung" gemacht – und ich besuchte deshalb ein paar Vogelhandlungen (manchmal bestrafe ich mich selbst). Dabei bemerkte ich etwas, was die Wurzel mancher menschlicher Handlungen und "Hoffnungen" mit ihren Vögeln ist.

    Viele Menschen erwarten von ihrem Vogel, dass er auf Aufforderung auf die Hand oder ein Stöckchen steigt (und die meisten Vögel erfüllen dies auch eifrig), aber manchmal funktioniert das eben nicht. Der Vogel stürzt los, oder zögert, die Person zieht ihre Hand zurück oder befürchtet einen Biss, der Vogel scheint Angst vor der Hand zu haben, usw.

    Das Problem liegt oft darin, dass die Person den Ausdruck "HINAUF – steigen" nicht wörtlich genug nimmt. Wenn Du einen Vogel aufforderst, irgendwo hinauf zu steigen, vergewissere Dich, dass Du Deine Hand oder den Stock auch so hältst, dass der Vogel hinaufsteigen KANN, als würde er die Treppe hinaufsteigen. Ich habe Menschen gesehen, die ihre Hand auf gleicher Höhe des Astes, unterhalb des Astes, zu weit weg oder diagonal unterhalb des Astes hielten... überall hin, doch nicht direkt vor den Vogel und oberhalb des Astes. Denke mal darüber nach...

    Vögel sind oben schwer, nach unten zu steigen ist für sie unangenehm und macht sie unsicher – viele glauben, dass Papageien eine schlechte Wahrnehmung von Tiefe haben... deshalb gehen die Vögel mit dem Schnabel voran, um ihr Gleichgewicht zu halten, die Person reagiert auf diesen vermeintlichen "Biss" und zieht die Hand weg – beim nächsten Versuch ahnt der Vogel, dass die Hand sich bewegen wird und stürzt sich gleich nach vorne. Ein völliges Missverständnis zwischen Vogel und Mensch, und das Vertrauen geht verloren! Es ist also schlecht, wenn Du Deine Hand unterhalb des Sitzplatzes des Vogels anbietest, weil sie außerhalb seiner Reichweite ist – der Vogel wird mit dem Schnabel nach der Hand greifen oder nicht einmal versuchen, auf die Hand zu steigen.
    Nun sagst Du "er möchte nicht auf meine Hand steigen" – nun, klar, Du forderst ihn ja auch auf, nach "unten" statt "hinauf" zu steigen ... und wenn die Hand für den Vogel nicht erreichbar ist... dann kann es auch nicht funktionieren.

    Es ist wichtig, die Hand direkt vor den Vogel und über der Höhe seines Sitzplatzes zu halten... ein Vogel ist dafür gebaut, den nächsthöheren Ast (oder die Hand) zu erreichen und sein Gewicht nach oben zu heben sowie mit dem ersten Fuß in einer fließenden Bewegung aufwärts zu steigen. Beobachte ihn, wie sein Fuß um einen Ast greift wenn er nach oben steigt: der ganze Fuß macht eine Art Vorwärtsrolle, wenn er sich nach oben bewegt. Dies ist seine natürliche und sichere Bewegung ... und das musst Du ihm ERLAUBEN, wenn er auf etwas steigen soll. Größere Sicherheit und größeres Gleichgewicht machen es unnötig, dass er mit dem Schnabel vorangeht... Wenn Du ihn auf einen Ast, seinen Spielplatz oder seinen Freisitz zurücksetzen willst, dann halte ihn HINTER den Ast, und beobachte, wie einfach er hinauf und darauf steigen wird.

    Beobachte Deinen Vogel, wenn er im Käfig herumklettert – wenn er nach oben geht, sind seine Bewegungen sicher und fließend. Wenn er zurück oder nach unten geht, wirst Du bemerken, wie er suchend seine Füße bewegt, wie er viel vorsichtiger und ungeschickter wird. Verstehst Du was ich damit meine?

    Ich weiß, es hört sich so einfach an, aber schau Dir die Menschen an, die behaupten, ihr Vogel würde sie beißen, wenn er auf die Hand steigen soll, oder deren Vögel sich weigern, auf die Hand zu steigen – in fast allen Fällen wirst Du feststellen, dass sie die Hand in einer falschen Position halten, und dass sie nicht erkannt haben, dass sie ihr Problem mit dem Vogel selbst verursachen.

    Achte darauf, wie Du Dich Deinem Vogel näherst, wenn Du ihn das nächste Mal auf die Hand steigen lassen willst...

    Du wirst weniger Probleme mit dem "Hinaufsteigen" haben, wenn es immer ein HINAUFsteigen ist.

    Hier ein Beispiel für eine gute Position, um den Vogel auf den Ast steigen zu lassen:

    Copyright: Linda Morrow

     

    Copyright: Linda Morrow

 
< Zurück   Weiter >
Suchfunktion
rund um das NL
sonst noch was ...
Oldies
fit, fitter, Nymphit ...
Hören & Sehen
guck doch mal ...
Büchertipps
für Leseratten ...
Kommunikation
ich, Du, WIR ...
Spaß & Spiel
nymphiesverrückt ...
Service
Homepage zu Favoriten
Seite zu Favoriten
Als Startseite