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die Eingewöhnung eines neuen NymphensittichCopyright: Phantomine

Erfahrungsbericht von TinaM mit Schritt-für-Schritt-Erklärungen

 

Eingewöhnung:

Die ersten Tage mit dem neuen Mitbewohner sind die wichtigsten im Zusammenleben und prägen die nächsten Jahre! Aufgrund dessen sind hier einige wichtige Punkte vermerkt. Ich selbst habe es mit meinen Nymphies so gehalten und der Dank hierfür sind handzahme, verschmuste und zutrauliche Nymphies.

Ich möchte noch darauf hinweisen, dass jeder Mensch selbst entscheiden sollte, in wie weit er einen Vogel "vermenschlichen" will oder inwieweit er handzahm werden soll.


Der Einzug:

Man sollte sich immer vor Augen führen, dass es ein bedeutender Einschnitt im Leben des Nymphensittichs ist, wenn er plötzlich aus seiner bekannten Umgebung herausgerissen wird und in eine, für ihn völlig unbekannte und bedrohliche, neue Umgebung einzieht.

Das erste Prinzip hierfür heißt: RUHE!


Die ersten Stunden:

Damit meine ich, dass man dem Nymphie erst einmal Ruhe gönnt und sich auch selbst langsam und in Ruhe bewegt.
Der Vogel sollte in seinen Käfig gesetzt werden und dann für die nächsten 1-2 Stunden alleine im Raum gelassen werden. Der Käfig muss vorher selbstverständlich komplett vorbereitet worden sein: Es müssen ausreichend Futter und frisches Wasser vorhanden sein. Zudem sollten neben den Sitzstangen, Rispen von Kolbenhirse angebracht werden.
Der Vogel wird sich in den ersten Stunden fast nicht von seinem Platz wegbewegen. Irgendwann bekommt er Hunger. Er hat allerdings zu viel Angst um sich zum Futter zu begeben - hierfür ist die Kolbenhirse gedacht. Sie hängt direkt neben ihm auf Augenhöhe und er wird ganz langsam und vorsichtig mal daran picken...

In diesen ersten Stunden, in denen der Nymphie alleine ist, wird er sich den Raum ganz genau ansehen! Ich selbst habe es damals bei meiner Mucki gesehen. Ich hatte den Käfig in der Küche stehen und eine Videokamera auf der Anrichte angebracht und eingeschaltet. Die ersten Minuten saß sie wie versteinert auf einer Stange. Nach ein paar Minuten fing sie an, sich alles ganz genau anzusehen. Nach ca. 1 Stunde hat sie dann auch mal von der Kolbenhirse probiert. Sie hat sich dafür keinen Zentimeter bewegt.


Der erste Tag:

Am ersten Tag sollte man nur das allernötigste in dem Raum erledigen. Abends und über Nacht sollte eine kleine Lampe im Raum eingeschaltet bleiben. Hierfür gibt es in Baumärkten kleine "Nachtlichter" die man in eine Steckdose stecken kann. Sie geben ein schummriges Licht ab aber dem Vogel hilft es sehr, wenn er in der Nacht aufwacht und ein kleines Orientierungslicht im Raum findet.


Der 2. Tag:

Am zweiten Tag kann man sich schon etwas mehr mit dem Nymphie beschäftigen. Man sollte öfters im Raum sein. Hierbei ist immer wieder zu beachten, dass alle Bewegungen langsam und ruhig geschehen müssen! Auch die Stimme ist wichtig! Es darf auf keinen Fall laut gesprochen oder gerufen werden! Alle negativen Eigenschaften erschrecken den Nymphie sehr!

Heute kann man sich dem Käfig auch schon mal vorsichtig nähern. Das Wasser muss erneuert werden und evtl. auch das Futter von Spelzen befreit werden. Wenn man sich dem Käfig nähert - immer langsam und ruhig! Wenn der Vogel zurückweicht, muss man selbst auch wieder zurückgehen. Er wird auf diese Art und Weise schnell merken, dass von dem Menschen keine Gefahr ausgeht.

... und immer wieder - Ruhe und Geduld haben!


Der 3. Tag:

Am dritten Tag kann man sich meistens schon langsam dem Käfig nähern, ohne das dort sofort eine große Panik ausbricht. Man kann dem Nymphie vorsichtig den Futternapf reichen. Weicht er zurück, muss man sofort die Hand zurücknehmen! Diesen Versuch einfach öfters ausprobieren! Sollte er auch bei den folgenden Versuchen zurückweichen, den Futternapf in seine Halterung zurücksetzen und es ein paar Stunden später nochmals versuchen.

Das Tierchen auf keinen Fall zu Dingen zwingen, die es nicht von sich aus machen möchte!


Die folgenden Tage:

Wenn man es geschafft hat, dass der Nymphie Futter aus dem Napf nimmt und keine große Angst mehr zeigt, wenn man sich langsam dem Käfig nähert haben beide Seiten schon viel dazu gelernt!

Jetzt kann man es mal vorsichtig versuchen, dass er sich auch an die Hand gewöhnt. Das Futter sollte nun mal auf dem Handrücken gereicht werden. Hierfür eignet sich ganz speziell rote Kolbenhirse. In den meisten Zooläden gibt es nur gelbe Kolbenhirse. Diese ist allerdings weniger schmackhaft als die rote Sorte.

Wenn der Nymphie Angst vor dem Handrücken zeigt - Hand zurück! Nach wenigen Minuten einen weiteren Versuch unternehmen!

Eine wichtige Regel heißt: "Weicht der Nymphie zurück, müssen wir auch zurückweichen"!

Sobald sich der Nymphie an den Handrücken gewöhnt hat, kann man es mal versuchen, dass man ihm die Handfläche leicht vor den Bauch hält. Evtl. steigt er auf die Hand! Dann sollte man ihn jedoch noch nicht aus dem Käfig nehmen, denn diese Reaktion geschieht eher aus Angst als aus Vertrauen heraus. Wenn der Nymphie auf der Hand sitzt, setzt man ihn einfach auf der nächsten Stange wieder ab und zieht die Hand zurück. Hierbei merkt er wieder ganz schnell, dass ihm die Hand nichts tut und er keine Angst haben muss.

Diese Schritte sollten täglich wiederholt werden!

 
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