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Bericht 1:
deutsche Übersetzung der Seiten 511 - 513 aus dem Buch "The Illustrated Natural History BIRDS" von J. G. Woods, erschienen 1872
( © der dt. Versionen liegt allein beim NL)
ein dickes Dankeschön an K. Zimmermann für die gelungene Übersetzung in altdeutsch!
PAPAGEIEN
Die allgemeine Gestalt der Papageien ist zu wohlbekannt, als dass sie der Beschreibung bedürfte. Alle dieser großen und herrlichen Gruppe angehörigen Vögel sind an der Form ihres Schnabels kenntlich, welche groß ist, und dessen Oberkiefer ausnehmend gekrümmt ist und weit über den Unterkiefer ragt; in einigen Spezies ist der Oberkiefer von außergewöhnlicher Länge. Die Zunge ist kurz, dick, und fleischig, und der Aufbau dieses Gliedes ist dem Vogel von nicht geringer Hilfe hinsichtlich seiner einzigartigen Artikulationsfähigkeit. Die Schwingen und der Schwanz sind im allgemeinen lang, und bei einigen Spezies, wie etwa den Aras, ist der Schwanz von sehr großer Länge, während er bei den meisten Sittichen länger ist als der Körper.
Die erste Unterfamilie dieser Gruppe wird von jenen Vögeln gebildet, welche man mit dem Titel der Bodensittiche bezeichnet. Bei der Allgemeinheit des Papageienstammes sind die Beine kurz, doch bei diesen Vögeln sind sie von größerer Länge, so dass sie ungehindert auf dem Erdboden umherlaufen können. Einer der hervorragendsten Vertreter dieser kleinen Gruppe ist der Sittich-Kakadu Australiens.
Obwohl nicht mit dem leuchtenden Gefieder bekleidet, das so viele vom Stamm der Papageien schmückt, ist dieser Vogel bemerkenswert hübsch, und nicht nur wegen des kuriosen, seinen Kopf zierenden Kamms der Beachtung wert, sondern auch wegen der Anmut und Eleganz seiner Gestalt. Mit Ausnahme des Kopfes, auf welchem ein wenig Purpurrot und Gelb zu sehen sind, ist das Gefieder des Sittich-Kakadus einfach braun, grau und weiß getönt; doch diese Farben sind so rein, und ihre Anordnung so harmonisch, dass das Auge keineswegs nach intensiverer Färbung verlangt.
Er ist hauptsächlich am Boden anzutreffen, wo er mit großer Schnelligkeit umherläuft, und er ist sehr geschickt darin, seinen gewundenen Weg zwischen den Stengeln der Gräser zu finden, von deren Samen er sich ernährt. Der Vogel ist alles andere als scheu und gestattet einem, sich weit zu nähern, so dass seine Gewohnheiten leicht zu beobachten sind. Wird er aufgeschreckt, verlässt er den Boden und fliegt zum nächsten Baum davon, auf dessen Zweigen er sich niederlässt; dabei duckt er sich der Länge nach auf sie hernieder, so dass er von unten nicht zu sehen ist. Ihn zur Strecke zu bringen bedeutet keine große Schwierigkeit, was für den Jäger nicht ganz unwichtig ist, da sich sein Fleisch durch seine Zartheit und seinen delikaten Geschmack auszeichnet.
Die Eier dieser Spezies sind von reinem Weiß, was bei Papageieneiern allgemein der Fall ist, und ihre Anzahl beträgt zwischen vier und sechs.

Mr. Gould beschreibt den Sittich-Kakadu folgendermaßen:
„Man kann sagen, dass der innere Teil des riesigen australischen Kontinents eine Fauna besitzt, wie man sie beinahe nirgends sonst antrifft, über die wir jedoch gegenwärtig so gut wie nichts wissen. Man kann daher neue und hochinteressante Formen erwarten, wenn erst einmal die Schwierigkeiten überwunden sein werden, auf die der Erforscher auf seiner Reise zum Zentrum hin treffen muss. Dieser schöne und elegante Vogel ist einer seiner Bewohner. Ich habe ihn die großen Bergketten überqueren und auf den Ebenen zwischen ihnen und der See brüten sehen, das stimmt; dennoch handelt es sich dabei um einen ungewöhnlichen Vorfall, und im Vergleich mit den Tausenden, die auf den von der Binnenseite der Berge an sich hinstreckenden Ebenen beobachtet wurden, beweisen die Wenigen solcherart angetroffenen, dass sie sozusagen ihre natürlichen Grenzen übertreten haben.
Seine Verbreitung erstreckt sich über den ganzen südlichen Teil Australiens, und da er ein reiner Zugvogel ist, vollführt er im September eine gleichzeitige Wanderung nach Süden bis auf weniger als hundert Meilen an die Küste heran; seine Ankunft im York-Distrikt nahe des Flusses Swan in Westaustralien findet exakt zur gleichen Zeit statt wie sein Erscheinen in den Liverpool-Flachlanden im östlichen Teil des Landes. Nach dem Ausbrüten und der Aufzucht einer zahlreichen Nachkommenschaft ziehen sich die Vögel in Februar und März wieder alle Richtung Norden zurück, doch bis zu welchem Längengrad zu den Tropen hin sie ihren Weg nehmen, konnte ich nicht befriedigend feststellen. Ich habe den Vogel noch nie aus Port Essington oder irgendeinem anderen Hafen auf gleicher Länge empfangen, was jedoch kein Beweis ist, dass er diesen Teil des Kontinents nicht aufsucht, da bisher lediglich das Land in Nähe der Küste schon durchquert worden ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird man in geringer Entfernung im Inneren dort auf ihn stoßen, wo immer sich eine seinen Gewohnheiten entsprechende Lage bietet, doch zweifelsohne zu Zeiträumen, die etwa jenen entsprechen, in denen er in New South Wales vorkommt.
Es scheint, dass er in den östlichen Bezirken Australiens zahlreicher ist als in den westlichen. Während des Sommers 1839 brütete er in allen mit Apfelbäumen (Angophora) bestandenen Ebenen am oberen Hunter ebenso wie in ähnlichen Distrikten am Peel und anderen nordwärts fließenden Flüssen.
Nachdem die Brutzeit vorüber ist, sammelt er sich in zahlreichen Schwärmen, bevor er seinen Abschied nimmt. Ich habe gesehen, wie der Boden praktisch mit ihnen bedeckt war, während sie mit der Nahrungsbeschaffung beschäftigt waren; und es war kein ungewöhnliches Vorkommnis, hunderte auf einmal in den toten Ästen von Gummibäumen in direkter Nähe von Wasser zu sehen, wovon ein reichliches Vorkommen für ihre Existenz unabdingbar scheinen möchte; wir können daher vernünftigerweise davon ausgehen, dass das Innere des Landes nicht so steril und ungastlich ist, wie man es sich gemeinhin vorstellt, und dass noch der Tag kommen mag, an dem es für den Gebrauch des Menschen erschlossen wird. Der Harlequin Bronze-wing, eine Art der Bronzeflügeltauben, und der Wellensittich sind gleichfalls Bewohner dieses Landstrichs, und gleichermaßen außerstande, ohne Wasser zu existieren.“
Der Kopf und die Kehle dieser Spezies sind gelb, und auf den Ohren befindet sich ein purpurroter Flecken. Auf dem Kopf befindet sich ein langer, schmaler, buntgefärbter Kamm, gelb an der Basis und grau an der Spitze, welcher dem Vogel ein solch kurioses Erscheinen verleiht, dass er auf den ersten Blick entweder ein Kakadu oder ein Sittich zu sein scheint, ganz, wie das Auge auf den Kamm oder die allgemeine Gestalt gelenkt wird. Der Rücken und die unteren Teile des Körpers sind braun, und ein großer Teil der Schwingen ist weiß. Die mittleren Schwanzfedern sind braun, und der Rest grau. Das Weibchen unterscheidet sich von ihrem Gefährten durch einen grünlichen Stich, welcher das Gelb des Kopfes und der Kehle durchdringt, und die zahlreichen Streifen von Gelb und schwärzlichem Dunkelbraun, welche sich quer über den Schwanz ziehen.
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