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Was sollen und dürfen Nymphensittiche trinken? Copyright: Phantomine

In ihrer australischen Heimat legen die wilden Nymphensittiche meist weite Strecken zurück um zu den oft weit entfernten Wasserstellen zu gelangen.
Sind sie dort angelangt, dauert es lange, bis sie sich zum Wasser selbst heruntertrauen und es wird sehr genau die Umgebung in Augenschein genommen.

Je größer der Schwarm, desto größer die Sicherheit und so wird teilweise sehr lange gewartet, bis sich mehrere kleine Schwärme oder Familien eingefunden haben, die dann die Geborgenheit und den Schutz eines großen Schwarms bieten.

Wir konnten beobachten, dass die Wasserstellen meist morgens, mittags und abends aufgesucht wurden, wobei die mittäglichen Besuche immer in kleineren Gruppen (teilweise nur Familienverbände) erfolgten. 
Jedoch egal wann, die Nymphensittiche waren immer sehr nervös, scheu und vorsichtig und umkreisten viele Male die Wasserstelle, bevor sie einmal tranken. Taten sie es, so tranken sie sehr hastig mit vielen schnellen Schlucken und flogen sofort wieder auf.

Weiter fiel uns auf, dass Abkühlen und Trinken in "einem Durchgang" erfolgte, indem die Nymphies direkt im Wasser landeten und so Bauch und Füßchen nass wurden. Baden im herkömmlichen Sinne konnten wir jedoch keinen einzigen Nymphensittich sehen, was wohl an der großen Furcht und auch an der Gefahr liegt, mit nassem Gefieder nicht schnell genug durchstarten zu können.

Nun, unsere Nymphensittiche haben diese Sorgen und Ängste nicht und in der Obhut eines verantwortungsbewussten Halters sollte es ihnen auch nie an ausreichendem Trinken mangeln.

Doch was geben wir ihnen am besten zu trinken?
Diese Frage wollen wir hier beantworten:

  • Wasser:
    Am besten geeignet für Nymphensittiche ist reines, sauberes Trinkwasser wie es auch für den Menschen genießbar ist: z.B. Wasser, wie es bei uns in Deutschland aus der Leitung kommt und bedenkenlos auch für Babynahrung verwendet werden kann (unser normales Leitungswasser ist übrigens das am stärksten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland!).
    Was allenfalls gefährlich sein könnte, sind die Zuleitungen zum Haus, die oft veraltet sind und Bakterien enthalten können. Manche Rohre bei sehr alten Häusern könnten sogar noch verbleit sein (sich evt. beim Hausverwalter informieren, ob bzw. wann das letzte Mal die Rohre erneuert wurden).
    Wenn man aber selbst Leitungswasser trinkt und noch nie gesundheitliche Probleme hatte (Magen-Darm-Störungen etc.), so sollte man es auch den Nymphensittichen bedenkenlos geben können.

    Bitte das Trinkwasser NICHT abkochen, da der Kochvorgang jegliche Inhaltsstoffe wie z.B. Mineralien zerstört bzw. ein Absetzen bewirkt (bestes sichtbares Beispiel dafür sind z.B. die Kalkablagerungen im Teekessel)

  • Alternativ kann auch stilles Mineralwasser gegeben werden, bevorzugt diejenigen Sorten, die auch für die Zubereitung von Babynahrung empfohlen werden.


  • Von Leitungswasser, das durch Wasserfilter gelaufen ist, wurde uns seitens eines vogelkundigen Tierarztes wegen der Verkeimungsproblematik dringend abgeraten. Wasser, das durch derartige Filter gelaufen ist und später abgekocht wird, sei jedoch unproblematisch. Wie vorab allerdings schon erwähnt, sollte das Trinkwasser für die Nymphensittiche aber auf gar keinen Fall abgekocht werden.


  • Aus dem gleichen Grund (Verkeimungsproblematik) wurde uns seitens des Tierarztes von den im Handel erhältlichen Vogelgetränken abgeraten.

     
  • verdünnte Früchte- und Kräutertees sind grundsätzlich ab und an ebenfalls erlaubt, gerne auch lauwarm; sie sollten aber nicht täglich und auch nicht ausschließlich gegeben werden, da durch den Kochvorgang des Wassers wichtige Mineralien zerstört bzw. abgesetzt werden.


  • verdünnte Obstsäfte können zwar in geringem Umfang gegeben werden, sind aber bei einer abwechslungsreichen Ernährung nicht erforderlich und könnten zu Durchfall führen!

 

Tipps:

  • Das Trinkwasser sollte täglich mindestens 2 x gewechselt und die Behältnisse auch jedes Mal gereinigt werden. (In heissen Sommern bietet es sich an, das Wasser noch öfter zu wechseln.) Verschmutztes Trinkwasser (durch Kot oder Futter) sofort wechseln! 
  • tägliche Wasserkontrolle, täglich kontrollieren, wieviel getrunken wurde
  • Wassernäpfe so aufhängen / aufstellen, dass sich darüber keine Sitzgelegenheiten befinden und direkt nebenan keine Futternäpfe, damit das Wasser nicht durch herabfallenden Kot verschmutzt wird oder Futter in den Wassernapf fällt, da beides die Keim- und Bakterienbildung fördert.
  • Wassernäpfe werden auch gerne für ein kurzes Bad zwischendurch genommen!
  • Viele Nymphensittiche lieben gut handwarmes Wasser und trinken gierig viele Schlucke davon: das warme Wasser kurbelt den Stoffwechsel an und fördert die Ausscheidung; deshalb bitte auch nicht wundern oder sich sorgen, wenn anschließend der Kot der Nymphies kurzfristig weich oder gar dünnflüssig wird: es ist ganz normal!
  • Muss den Nymphies Tee gegeben werden (z.B. aus gesundheitlichen Gründen), so kann man den Verlust der Mineralstoffe durch das Abkochen des Wassers damit auffangen und zugleich die Temperatur des Tees reduzieren, indem man mit normalem Trinkwasser oder stillem Mineralwasser 1:1 verdünnt.
  • Wichtig:
    niemals zwangsweise etwas anderes zu trinken anbieten als Wasser bzw. den Nymphensittichen immer die Wahl lassen, was sie trinken möchten!  Z.B. bei Tee oder Wasser mit Zusätzen spätestens nach einem halben Tag auch noch zusätzlich normales Trinkwasser anbieten. Im ungünstigsten Fall kann es sonst nämlich passieren, dass die Nymphensittiche gar nichts trinken!

 
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