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"Hilfe, er beisst" ... "Hilfe, er geht auf mich los" ... "Hilfe, er fliegt mich an"! Die Frage, die sich hier sofort stellen muss, ist die Frage nach dem WARUM ! Wie hier auf den lila pages des NymphensittichLexikon schon oft erwähnt, sind Nymphensittiche Schwarmtiere mit einem sehr ausgeprägten Sozialverhalten. Ein aggressiver, beißender Nymphensittich hätte, würde er mit wilden Artgenossen zusammenleben, keinen Platz in (s)einem Schwarm, da das friedliche Miteinander dort oberste Priorität hat. Hinweis: Unter Aggression verstehen wir hier nicht die "Unlust", sich z.B. mit der Hand berühren zu lassen und ein daraufhin gezeigtes Abwehrhalten, sondern wirkliche Aggressionen. Für die Aggressionen eines Nymphensittichs gibt es meist nur drei Erklärungen: er / sie hat eine Bruthöhle gefunden oder es wurden bereits Eier gelegt (dann handelt es sich um Revier - und Gelegeverteidigung und ist ein ganz normales Verhalten. Nach Abschluß der Brut wird das Verhalten auf "wundersame Weise" auch wieder ganz das alte sein); die ist die häufigste Erklärung! Verhaltensstörung; selten Erkrankung (wie Tumor im Kopf z.B.); sehr, sehr selten!
Nach unseren Erkenntnissen handelt es sich bei aggressiven Nymphensittichen aufgrund von Verhaltensstörungen um sehr bedauernswerte Geschöpfe, denn die Ursachen für die gezeigten Aggressionen sind das Resultat von schwerster Fehlhaltung (wie z.B. Einsamkeit, sexuelle Frustration, Vernachlässigung, Misshandlung .... die Palette ist leider breit gefächert!). Es ist die Rebellion eines kleinen Nymphensittichs auf unsägliches psychisches oder physisches Leid, das ihm der Mensch irgendwann zugefügt hat. Was muss er alles erlebt haben, wenn diese Eindrücke so prägend waren, dass er darüber seine Instinkte vergessen hat? Eine Resozialisierung und eine Reduzierung des aggressiven Verhaltens ist möglich, benötigt aber viel Zeit, Geduld und vor allem Einfühlungsvermögen des Halters. Die Ursachenforschung, so sie möglich ist, wäre zudem ein wichtiger erster Schritt um herauszufinden, was dieses artuntypische Verhalten verursacht hat. Bachblütentherapie, Farblichttherapie, Clickertraining und vor allem ein Nymphensittichpartner oder die Integration in einen Schwarm können geeignete Mittel sein, aus dem aggressiven Nymphensittich wieder einen zugänglicheren zu machen und ihm sein Vertrauen wiederzugeben. Tipps: Daniela hat auf eine Forumsanfrage folgenden Beitrag geschrieben, der kurz aber umfassend alles zusammenstellt, was zu bedenken ist (im vorliegenden Fall handelte es sich um einen allein gehaltenen, sonst sehr zahmen Nymphensittichhahn mit unbekanntem Vorleben, der jedoch gegenüber Menschen sofort aggressiv wurde, sobald Wellies zu Besuch waren): "Die Aggressivität, die dein Nymphie an den Tag legt, ist letztendlich eine Verhaltensstörung. Einige Nymphies, die aus schlechter Haltung kommen bzw. von denen man nicht weiß, wie sie gehalten wurden und was sie alles erlebt haben, reagieren mit Verhaltensauffälligkeiten.
Hier gilt es, sehr behutsam und mit viel Einfühlungsvermögen vorzugehen. Ich denke, dein Nymphie hat sich bei euch mittlerweile toll eingelebt und er hat dich als seinen Partner auserkoren. Nachdem die Wellis zu Besuch waren, ist er mit der neuen, für ihn ungewohnten Situation nicht klargekommen und er hat angefangen zu beißen.
Es ist wichtig, dem Nymphie Halt und Vertrauen zu vermitteln. Dies geht aber nicht von heute auf morgen, sondern erfordert Zeit und Geduld.
Grundsätzlich ist die Idee einer Vergesellschaftung eine sehr gute, aber nicht mit Wellensittichen. Wellis sind zwar, genau wie Nymphies auch, Australier. Aber sie sprechen weder dieselbe Sprache noch haben sie dasselbe Sozialverhalten. Er kann mit den Wellis nichts anfangen, deshalb solltest du ihn nur mit einem arteigenen Partner vergesellschaften.
Hat dein Nymphie ein Spiegel in seinem Käfig? Falls ja, sollte die Nymphie-Henne, die dann einzieht, unbedingt im Kopfbereich so aussehen wie dein Kleiner. Hat er keinen Spiegel, spielt das Aussehen der Henne keine Rolle. Wichtig ist aber, dass der neue Nymphie unbedingt gegengeschlechtlich sein soll.
Wenn er aggressiv wird, solltest du ihn auf gar keinen Fall anschreien oder ansonten die Stimme erheben. Nymphies sind Kakadus im Kleinformat und lieben jegliches Theater, das gemacht wird. Honorierst du also das Beißen mit einer lauten Stimme oder sonstirgendetwas, dann findet dein Kleiner das toll und wird das Verhalten immer wieder zeigen.
Besser ist es, du setzt ihn kommentarlos weg und beschäftigst dich für ein paar Minuten anderweitig, ohne dich um ihn zu kümmern. Dann wendest du dich ihm wieder zu und alles geht weiter wie gehabt.
Der Kleine wird das merken und letztendlich von dem Verhalten ablassen.
Unterstützen kannst du ihn zum einen mit der Farbtherapie (insbesondere die Farbe blau ist sehr geeignet für ihn) und mit der Bachblütentherapie . Lies dich bitte in beide Therapieformen in aller Ruhe ein."
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