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Pilzbefall (Schimmel und Hefepilze)
Home - krank ?

Pilzbefall (Aspergillose und Hefepilze)...Copyright: Phantomine

 

ein Bericht von Malu:

 

Es gibt zwei wesentliche Arten von Pilzerkrankungen bei Vögeln:

Schimmelpilze (Aspergillose) und
Hefepilze (Candida).

Zu erkennen sind Pilzerkrankungen leider meist erst sehr spät. Die Vögel zeigen eher allgemeine Krankheitsanzeichen, die nicht direkt auf Pilze schließen lassen. Eindeutigere Anzeichen, die allerdings auch erst recht spät erkennbar sind, sind Atemnot, leichter Husten, leicht pfeifende Geräusche beim Atmen, bei Candida manchmal weiß-gelblicher Belag auf oder seitlich der Zunge oder im Mund- und Rachenraum. Eine eindeutige Diagnose kann erst der Tierarzt durch Abstriche stellen.

Pilzerkrankungen sind nicht ansteckend. Allerdings treten diese, da sie allgemeine Ursachen haben, u.U. bei mehreren Vögeln mehr oder weniger gleichzeitig auf. Wegen der Behandlung sollten daher vorsichtshalber alle Vögel vom Tierarzt untersucht werden (durch frische Kotproben).


Schimmelpilze (Aspergillose)

Diese Erkrankung hat viele Ursachen:

  • unausgeglichene Ernährung mit zu wenigen Vitaminen (vor allem Vitamin A-Mangel),
    verpilzte Nahrung,
  • Schimmelpilze in der Luft (zum Beispiel von Pflanzenerde oder Hydrokultur-Pflanzen),
  • Darmerkrankungen, bei denen das Bakteriengleichgewicht im Darm gestört ist oder
  • zu hohe Luftfeuchtigkeit (über 70%).

Die Pilzerkrankung führt häufig auch zu > Nierenerkrankungen, da die Ausscheidungen der Pilze die Niere schädigen, manchmal kann daraufhin auch > Gicht auftreten.

Je nachdem, wie die Erkrankung beim Vogel verläuft, treten die Schimmelpilze in der Lunge, in der Speiseröhre oder in den Luftsäcken auftreten. Dies festzustellen, ist aber selbst für den Tierarzt schwierig.

Mein Nymphensittich hatte Schimmelpilze in der Speiseröhre, die ich alle 1-2 Tage mit einem Wattestäbchen herausholen musste. ABER: vom Tierarzt zeigen lassen, wenn das bei Eurem Vogel auch so ist.

Meist kann diese Krankheit nicht völlig ausheilen, manchmal tritt diese Erkrankung alle paar Jahre wieder auf, was aber nach ein paar Wochen bei guter Behandlung wieder abflaut. Medikamente kann nur der Tierarzt verschreiben, je nach Erkrankung können auch homöopathische Mittel Erfolg zeigen.

Zur Unterstützung der Behandlung und je nach Ursache kann die unterstützende Behandlung mit Vitamin A-Spritzen (Tierarzt !) und Bird-Bene-Bac (grüne Paste aus einer kleinen Tube zur Unterstützung der Darmflora) sinnvoll sein.

Einige Tipps, die die Heilung der Krankheit unterstützen können:

  • Vitamin A-haltiges Obst und Gemüse: Karotten, rote Paprika, Zitrusfrüchte (Mandarinen, Orangen), Nektarinen, Pfirsiche, Aprikose, aber auch Quell- und Keimfutter.
  • Verbannen sämtlicher Pflanzen aus dem Vogelzimmer
  • Absolute Reinheit im ganzen Vogelzimmer: Obst, Gemüse, Quell- und Keimfutter nicht lange stehen lassen, da frische Nahrung schnell verpilzt, ohne dass man es sehen kann. Sand oder andere Einstreu regelmäßg wechseln, dabei Käfig bzw. Bodenschale vorher kräftig unter heißem Wasser (> 55 Grad) mit einer sauberen Bürste schrubben.

Die Behandlung von Aspergillose ist oft aufwendig und zeitaufreibend, aber es lohnt sich. Gebt Euren Vogel also nicht vorschnell auf, sondern gebt ihnen extra sehr viel Zuneigung und kümmert Euch besonders um sie, das ist bei Vögeln nicht anders als bei kleinen Kindern, die durch Mutterliebe und Wärme schneller gesund werden.


Hefepilze (Candida)

Über die Herkunft von Hefepilzen weiß ich recht wenig leider. Die Hefepilze sind jedoch völlig heilbar und für den Vogel auch nicht so schlimm wie die Aspergillose. Die Heilung erfolgt meist recht schnell.

Leider kann ich Euch auch recht wenige Tipps dazu geben.
Vom Tierarzt verschrieben wird in der Regel ein Medikament, das auch Kinder bei Candida bekommen, die haben das wohl auch recht häufig. Das sind in der Regel Tropfen, die mit der Pipette verabreicht werden müssen, und süß und klebrig schmecken, und sehr dickflüssig sind. Mein Vogel hat es jedoch durch heftiges Schütteln mit offenem Schnabel trotzdem geschafft, das Zeug loszuwerden und nicht zu schlucken.

Von einer Züchterin habe ich jedoch einen Supertipp bekommen: Eine Paste (Nystatin von Fa. Lederle, gibt's in der Apotheke), von der man dem Vogel eine entsprechende Menge (ca. so groß wie eine kleine Erbse) in den Schnabel drückt - so dass er aber noch atmen kann, bitte! Diese Paste ist so zäh und klebrig, dass man sie nicht wegschütteln kann, und sie der Vogel wohl oder übel frisst.

 
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