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Nierenerkrankung
Home - krank ?

Nierenerkrankung ...Copyright: Phantomine

 

- ein Bericht von Malu:

 

Nierenerkrankung erkennt man an stark verändertem Kot. Der Wasseranteil im Kot ist sehr hoch. Das erkennt man leicht, wenn der Vogel frisch auf Küchenpapier oder Zeitung ge***t hat, und sich ein großer feuchter Rand um den Kot bildet. Das Weiße im Kot ist stark vermindert oder oft auch gar nicht vorhanden. Der Vogel trinkt dann auch sehr häufig und sehr viel (was auch wichtig ist, der Vogel versucht dadurch quasi selbst, die Niere zu reinigen).

Festgestellt werden kann die Nierenerkrankung gesichtert NUR durch den Tierarzt, der hierfür eine Blutuntersuchung auf die Harnsäurewerte im Blut durchführt (keine Angst, ein bis zwei Tropfen werden nur abgenommen).

Nierenerkrankungen werden verursacht durch falsche Ernährung (zu viel tierisches Eiweiß), durch Gabe von Antibiotika in höherem Maße oder über einen längeren Zeitraum, oder durch > Pilzerkrankungen.
Nierenprobleme sind häufig also auch Folgeerkrankungen von anderen Krankheiten. Andererseits haben Nierenerkrankungen bei weitem Fortschritt auch häufig > Gicht zur Folge.

Nierenerkrankungen sind wie beim Menschen auch bei Vögeln nicht vollständig heilbar, aber mit rechtzeitiger Erkennung, Beseitigung der Ursprungserkrankung und mit richtiger Ernährung kann der Vogel wieder bessere Werte erreichen, und gut und lange damit zurechtkommen. Also nie den Mut verlieren !!!

Die Behandlung bei Nierenerkrankungen muss durch einen Tierarzt unterstützt werden, der die Primärerkrankungen diagnostizieren und heilen kann, und der die Harnsäurewerte regelmäßig überprüfen kann.

Hier einige Behandlungstipps, die aber immer im Vorfeld mit dem Tierarzt abgesprochen werden sollten:

  • Nierentee aus der Apotheke (z.B. Heumann). Das ist Instanttee, der auch in kaltes Wasser eingerührt werden kann, und der vom Vogel i.d.R. auch gerne genommen wird. Auf einen Wassernapf von 150 ml reicht eine kleine Messerspitze voll, die man einrührt. Dieser Tee ersetzt für diesen Tag dann das Trinkwasser, sollte aber nicht mehr als 12 Stunden stehen bleiben w/Verkeimungsgefahr. Angewendet werden sollte der Tee 1-2 mal die Woche, je nach Schwere der Erkrankung. Der Tee bewirkt, dass die Schadstoffe aus der Niere ausgeschwemmt werden, also nicht wundern über seltsamen Kot (ausser bei Blut im Kot, das hat dann andere Ursachen, aber der Tee sollte dann sofort herausgenommen werden !). Der Nierentee ist übrigens unschädlich für gesunde Vögel, die mit in der Voliere oder im Käfig sitzen, ihnen schadet die kleine Nierenkur nicht. Wenn ihr aber merkt, dass es der Vogel gar nicht nimmt, und es über 1-2 Stunden nicht anrührt, dann lieber wieder normales Wasser geben, denn überhaupt trinken ist hier das wichtigste.
  • kein tierisches Eiweiß ! Ich habe nur Erfahrung mit Sittichen, wie das mit Waldvögeln oder sonstigen Arten ist, die sich gewöhnlich von tierischen Dingen ernähren, habe ich KEINE Erfahrung. Also: keine Hühnereier, keine Eifutter, keine Nudeln mit Eiern. Keine Maden, keine Mehlwürmer, kein Fleisch.
  • Immer ausreichend frisches Wasser (ausser, wenn es Nierentee gibt, natürlich) bereithalten. Hier ist auch zwingend auf äußerste Sauberkeit bei den Wassernäpfen zu achten. Eigentlich sollte man das immer tun, aber bei Krankheiten ist dies besonders wichtig. Also jeden Tag Wasser wechseln und vorher Näpfe mit heißem Wasser (< 55 Grad) und den Händen (keine Spülmittel oder Lappen verwenden) gründlich auswaschen.
  • Sauerkirschsaft zum Trinken. Habe ich empfohlen bekommen, aber nicht probieren können, meine mochten das nicht trinken. Sauerkirschsaft muss aber ohne Zuckerzusatz sein, also schaut auf das Etikett. Häufig gibt's das im Reformhaus oder im WLZ-Raiffeisenmarkt mit Apfelsaft vermischt - sonst wärs zu sauer, aber der Apfelsaft stört nicht. Aber wenn ihr merkt, dass es der Vogel gar nicht nimmt, und es über 1-2 Stunden nicht anrührt, dann lieber wieder normales Wasser geben, denn überhaupt trinken ist hier das wichtigste.
  • Achtung: Vielfach versuchen Tierärzte eine Heilung mit Tyrode-Lösung zu erzielen. Dies ist eine stark salzige Lösung in Wasser, die man aus der Apotheke holen muss. Die Wirkung soll erzielt werden, indem der Vogel durch den starken Salzgehalt durstig bleibt und immer mehr trinkt. Dadurch erbricht der Vogel aber das Wasser aber auch öfters, und das Salz bleibt wiederum in der Niere hängen und schwächt diese noch mehr. Zudem wird die Flasche - üblicherweise 1 Liter-Flaschen schnell schlecht und verkeimt - auch im Kühlschrank bei geschlossenem Deckel. Ich und einige Züchter, Halter und Futterhändler, die ich dazu befragt habe, halten davon gar nichts !!! Meine Meinung nach der Anwendung: Lasst Euch das nicht andrehen ! Der negative Effekt überwiegt !!!

 

Tipps:

  • im NL-Shop bieten wir Euch spezielle Teemischungen für Nymphensittiche an, die ausschließlich aus Kräutern bestehen in Lebensmittelqualität, u.a. auch einen Nierentee.
  • Unterstützend kann auch Zwiebel-Bioextrakt und /oder Blütenpollen (beides ebenfalls erhältlich im NL-Shop) gegeben werden
  • oder, sofern Nymphensittich das fressen mag, auch kleine Mengen von roher Zwiebel.

 

 
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