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Tim von Biene
Home - Oldies

Copyright: Phantomine

Tim

( * 1988)

von Bine

 

 

Bine erzählt über Tim:

"Am 29.9.1989 gewann mein Mann Ralf (damals waren wir noch nicht zusammen) einen Nymphensittich auf der Tombola ( !!! ) eines Trödelmarktes: Es war ein wunderschöner Lutinohahn und nach Angaben des Züchters weit über ein Jahr alt. Gerade erst in seine erste eigene Wohnung gezogen freute sich Ralf über dieses " unverhoffte Glück " und gab dem Nymphy den Namen Tim. Er kaufte einen großen Käfig und teilte fortan sein Jungesellenleben mit ihm.
Tim wurde sehr schnell zutraulich. Sein freundliches Wesen und seine Sanftheit ließen die Beiden schnell dicke Freunde werden. Einige Monate später trat ich in das Leben der Beiden. Und als ich bei ihnen einzog brachte ich alles durcheinander. Denn ich lebte bereits seit sechs Jahren mit Timo und Pinky - zwei
schwarzen Halbperserkatzen- zusammen und natürlich zogen sie auch mit ein. Wir nahmen uns vor gut aufzupassen und die Katzen nie allein mit Tim zu lassen.
Es ging nur eine kurze Zeit gut mit den Dreien. Als wir eines Tages heim kamen stand die Tür zum Wohnzimmer auf  Sie war vergessen worden zu schliessen..An der Wand hinter Tim's Käfig fanden wir einige Blutspritzer. Tim war Gott sei Dank nicht viel passiert, doch uns war klar das wir uns trennen
mussten - entweder von Tim oder den Katzen.
Es war keine einfache Entscheidung, denn mein Mann hatte auch die Katzen lieb gewonnen. Unser Schwager, begeistert von Tim's Zutraulichkeit, bot sich an ihm ein neues Zuhause zu geben. So zog Tim bei ihm und Ralf's Schwester ein. Wir wussten Tim in guten Händen und konnten ihn oft besuchen.

Infiziert vom Nymphyfieber legte sich Ralf's andere Schwester einen schönen wildfarbenen Nymphyhahn zu. Sein Name war Charly und er wurde auch sehr zutraulich. Leider lebte er nur zwei Jahre. Er lag eines Tages tot im Käfig - was ihn sterben ließ blieb unklar. Der Tod ihres Vogels machte meine jüngste Schwägerin so traurig, daß unser Schwager ihr Tim überließ. Er und seine Frau hatten aus beruflichen Gründen nicht mehr so viel Zeit für Tim und Ralf's jüngste Schwester war noch Schülerin und öfter zu hause. Ausserdem wohnte sie noch bei meinen Schwiegereltern und auch sie mochten Tim gern. So zog Tim zum dritten mal in seinem Leben um - leider nicht zum letzten Mal. Er lebte zwei Jahre bei meiner Schwägerin, die inzwischen eine Lehre angefangen hatte und nun auch im Berufsleben stand. Meine Schwiegereltern kümmerten sich jetzt oft um Tim.

Als "seine Menschen" eines Tages in den Urlaub fuhren, wurde Tim zur Pflege bei unserer Tante untergebracht. Sie lebte allein und freute sich über seine Gesellschaft. Als der Urlaub um war und Tim nach Hause geholt werden sollte, wollte sie ihn nicht mehr hergeben. Sie überredete meine Schwägerin mit vielen " bitte, bitte " ihr den Vogel doch zu überlassen. Er würde ihr so viel Freude bereiten und dann wäre sie nicht so allein. Meine Schwägerin ließ sich erweichen und Tim zog wieder um.

Wie alle Vögel auch so ließ auch Tim seine Häufchen überall fallen, knabberte Tapeten an und nagte hier und da auch Löcher in die Wände und seine Stimme ertönte schön laut - kurz gesagt der Alltag zog ein und unsere Tante verlor nach und nach die Begeisterung für Tim. Immer öfter blieb die Käfigtür zu und sein lautes Rufen wurde mit einem grossen Tuch über den Käfig abgestellt. Unsere Tante beschäftigte sich leider nur noch selten mit Tim und in seiner Verzweiflung fing er an sichseine Federn  auszureissen.
Es war ein Bild des Jammers und weder unsere gelegentlichen Besuche noch der Tierarzt konnten ihm helfen. Er tat mir so leid. Unsere Tante hatte kaum noch Interesse an ihm, wollte ihn aber auch nicht abgeben, um nicht allein zu sein. Armer Tim.
Die ganzen Jahre nagte das schlechte Gewissen in mir, weil Tim ja wegen meiner Katzen umziehen mußte. Wir hatten inzwischen ein Tochter und einen Sohn bekommen und Timo und Pinky waren nach 16 Jahren Katzenleben über die Regenbogenbrücke gegangen. Dann wurde unsere Tante krank und musste leider für einige Zeit ins Krankenhaus. Das war der Wendepunkt in Tim's traurigem Leben. Er und ein kleinen, blauer Wellensittich, der unseren Tante nur Tage zuvor zugeflogen war, kamen zu uns in Pflege .

Die ganze Familie kümmerte sich liebevoll um ihn und er bekam von allen die Aufmerksamkeit und den Zuspruch den er so nötig brauchte. Tim sog all das auf wie ein nasser Schwamm und frischte die Freundschaft mit meinem Mann sofort wieder auf. Ich muss wohl nicht betonen, dass ich nicht vorhatte Tim jemals wieder herzugeben. Der Umstand, das sie gefallen an dem kleinen, blauen Wellensittich
fand,der ihr zugeflogen war, ließ unsere Tante diese Tatsache auch schnell akzeptieren. Tim war wieder zu Hause !
Er war inzwischen über 16 Jahre alt und war die ganze Zeit über als Einzelvogel gehalten worden. Also kauften wir einen grösseren Käfig und suchten nach einer hübschen Nymphydame für Tim. Wir fanden sie in Gestalt einer süssen, kleinen , wildfarbenen Schönheit und gaben ihr den Namen Trudy. Leider ist der Funke noch nicht so recht übergesprungen. Durch die Einzelhaltung ist Tim total fehlgeprägt. Sei absoluter Liebling ist mein Mann Ralf, Tim's alter Freund. Wenn er daheim ist, weicht Tim nicht von seiner Seite. Mit ihm wird geschmust, gekuschelt und gekrault was das Zeug hält. Ralf darf fast alles mit ihm anstellen, er darf ihn sogar in die Hand nehmen. Tim begleitet ihn auf Schritt und Tritt. Nur wenn Ralf arbeiten muß, nimmt er auch mit uns vorlieb.Doch sobald mein Mann durch die Haustür kommt, wird er sofort mit lauten Rufen begrüsst und wieder in Beschlag genommen. Trudy wir im Moment von Tim nur geduldet, doch wir geben die Hoffnung nicht auf, das er sich doch noch für sie interessiert.

Tim hat das Federn reissen ganz aufgegeben und viele Federn sind wieder nachgewachsen. Leider sind einige Stellen kahl geblieben. Er hat beinahe den ganzen Tag Freiflug und nutzt das auch ausgiebig aus.
Lange Strecken sind es zwar nicht mehr, aber sonst ist er noch ganz gut dabei. Nur manchmal gelingt die Landung nicht mehr so punktgenau und er landet hinter der Tür, statt oben drauf. Er ist immer noch der freundliche, sanfte und umgängliche Kerl, so wie ich ihn vor vielen Jahren kennengelernt habe. Ein charmanter Kuschelbär, der nicht gern badet, Grünzeug für gefährlich hält und eine Schwäche für Nudeln hat und zusammen mit Trudy und Jojo zu unserem "Nudelkompetenzteam " gehört. Inzwischen haben neben Tim und Trudy auch noch drei Wellensittiche ein Zuhause bei uns gefunden und keiner muß jemals wieder "umziehen"!
Auch der kleine, blaue Wellensittich, der unserer Tante zugeflogen war, lebt jetzt bei uns -er heißt Jojo."

(Fotos zur Vergrößerung anklicken!)

Copyright: Sabine
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