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Night-Frights
FAQs - FAQs

Copyright: Phantomine

 

Night-Frights

... DER Horror für Nymphensittichhalter (und auch Nymphensittiche) schlechthin...

 

Was ist ein Night-fright und warum tritt er auf?

Night-Frights oder auf gut deutsch: nächtliche Panikanfälle sind immer wieder vorkommende, für den Nymphensittichhalter schwer bis gar nicht erklärbare nächtliche Panikanfälle der Nymphensittiche, die sich in teils "blindem" aber meist absolut panischem wilden Flattern im Käfig oder in der Voliere äußern und zu blutigen (besonders am Flügelbug, an der Nasenhaut oder am Schnabelhorn) und unblutigen Verletzungen (Schwungfedernverlust, Schwanzfedernverlust) führen können. Oftmals vom Halter erst am nächsten Morgen bemerkt ...

Night-frights ... der Horror für alle ...
Nymphensittiche erschrecken nachts manchmal aus für uns unerklärbaren Gründen (es kann ein Lichtschein sein, ein Schatten, ein Vorhang, der sich im Windhauch bewegt, eine Fliege im Raum, ja sogar eine Feder, die bei der Mauser nachts herunterfällt... irgendwas beunruhigt sie und lässt sie hochschrecken. Als Fluchttiere möchten sie dann nur eines: weg hier! und zwar so schnell als möglich!
Und wenn einer flüchtet, flüchten alle! Egal, wie seelig oder fest und vor allem ruhig sie gerade geschlafen haben mögen.
Sehr zu empfehlen sind in nachts dunklen Räumen die sog. Orientierungslichter (die in die Steckdose gesteckt werden) - bereits das wenige Licht, das sie ausströmen, genügt, um nächtliche Panikanfälle zu minimieren, auch diese findest Du bei uns im NL-Shop.

Ein Bericht zu den allseits so sehr gefürchteten Night-frights aus unserem NL-Forum von Mone :

Night Frights - Entstehung/Vorbeugung/Maßnahmen

Ich habe kürzlich etwas länger mit unserem (vogelkundigen) Tierarzt über das Thema Night Frights gesprochen und konnte hierbei einige Details mit ihm klären, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Da das Thema sehr häufig hier auftaucht ist es vielleicht sowieso gut, wenn es hierzu einmal konkrete Ausführungen gibt, da man ja meistens erst mal total in Panik ist, wenn man das Vogelzimmer betritt und dort unvorbereitet auf blutiges Gefieder, Blutflecken und ausgefallene Federn trifft.
Hier also mal folgende Infos:

Entstehung:
Zunächst ist festzuhalten, dass es nur dann zu Blutungen kommt, wenn die Federn noch nicht komplett ausgebildet sind und diese dann verletzt werden. Nur ein einziger verletzter, blutgefüllter Federkiel reicht für den Anblick „Hilfe, alles voller Blut“ schon aus. Die Verletzung rührt vermutlich daher, dass der Vogel sich erschreckt hat und unkontrolliert geflattert ist. Bei dem hektischen Flügelschlagen kann es dann passieren, dass der Vogel sich die neuen Federkiele am Käfiggitter anstößt oder sogar im Gitter stecken bleibt.

Meistens ist es ja am Morgen nach den gefürchteten Night Frights so, dass etliche Federn im Käfig verteilt sind. Dies kann von einer Schreckmauser kommen. Die Vögel werfen in dem Moment des totalen Stresses bzw. Schocks mehrere Federn weg. Diese Schockmauser betrifft nicht nur das Schwanzgefieder, sondern kann durchaus auch die Schwungfedern betreffen.

Das Hauptproblem an der ganzen Sache ist, dass die Federn ja erst mal wieder nachwachsen müssen. Es gibt dann wieder wochenlang die nachwachsenden Federchen, die wieder blutgefüllt sind und die weiche Kiele haben, die sehr verletzlich sind.

Normalerweise werden beim Mausern nur einzelne Federn verloren, die dann beim Nachwachsen durch das umliegende Gefieder geschützt sind. Gibt es z.B. aufgrund einer vorhergehenden, ausgiebigen Mauser oder auch einer Schockmauser mehrere solcher neuen Federkiele nebeneinander, so haben diese keinen Schutz durch schon vorhandene, ausgebildete Federn, so dass die Verletzungsgefahr steigt. Hierdurch kann sich ein regelrechter Kreislauf entwickeln.

Vermeidung/Vorbeugung:
Zunächst einmal müssen mögliche Ursachen für die plötzliche Panik der Vögel festgestellt werden, was gar nicht einfach ist. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Außengeräusche, Innengeräusche, andere Haustiere die sich bewegen, ein Ast der seinen Halt verliert und runterfällt, Mücken/Motten, möglicherweise Schatten... Es gibt so viele Ursachen, dass es sehr schwer bis unmöglich sein dürfte diese herauszufinden bzw. abzustellen. Gerade Lärm von außen kann man oft nicht vermeiden, da man hierauf keinen Einfluss hat.

Um die Folgen geringer zu halten, kann man sich natürlich überlegen, ob man die Vögel in normalen Käfigen oder in Volieren hält. Auch eine Gruppenverkleinerung durch Trennen der Vogelgruppe in mehrere Einzelgruppen kann bei mehreren Vögeln häufig helfen, wenn z.B. ein panischer Vogel alle anderen verrückt macht.

Was auch hilft ist das Anbringen eines Nachtlichtes in der Nähe der Voliere. Man muss hier ausprobieren, wie hell das Licht sein muss, damit die Vögel auch wirklich nicht panisch reagieren wenn sie sich nachts erschrecken. Bei vielen hilft ein relativ dunkles Nachtlicht schon gut, bei anderen wiederum muss das Licht schon deutlich heller als ein normales Nachtlicht sein, damit die Vögel sich beruhigen. Man kann z.B. eine kleine Schreibtischlampe in eine Zimmerecke stellen und mit einer Ener-giesparbirne versehen, die nur 5 Watt hat. Das Zimmer ist somit ggf. zwar komplett schwach beleuchtet, aber in der Regel schlafen die Vögel trotzdem. Hier muss aber jeder testen, wie seine Vögel reagieren. Wenn sie nicht zur Ruhe kommen, ist es zu hell. Wenn sie ganz normal ihre Schlafplätze aufsuchen und sich nicht wegbewegen über Nacht, dann kann man davon ausgehen, dass sie geschlafen haben.

Bei der Verwendung von Volierendraht kommt es nicht so schnell zu Verletzungen wie bei Gitter, weil sich beim unkontrollierten Flattern im Schreckmoment die Flügel nicht im Volierendraht einklemmen können. Bei Käfiggitter (Quervergitterung) kann dies leider immer passieren, es kann sogar vorkommen, dass ein erwachsener Vogel sich die voll ausgebildeten Flügel mit den festen Federkielen bricht, wenn er beim Flattern im Gitter hängen bleibt.

Dies spricht z.B. meines Erachtens – trotz des beliebten Kletterns am Gitter, das natürlich mit Quergitter für den Vogel einfacher zu bewerkstelligen ist – durchaus für Käfige mit Längsgitter. Am gefahrlosesten ist hier jedoch Volierendraht. Hierbei ist wiederum dringend darauf zu achten, dass dieser aus Edelstahl und nicht verzinkt ist.

Als abschließende Ursache, die sicherlich meistens auszuschließen ist, die aber nicht unerwähnt bleiben sollte möchte ich noch folgendes anmerken: Ist ein Vogel in der Gruppe z.B. Epileptiker und hat nächtliche Krampfanfälle und verlässt seinen Platz oder fällt zu Boden, dann kann dies dazu führen, dass die anderen sich heftig erschrecken. Um dies auszuschließen kann man spätabends den Volieren-/Käfigboden mit frischer Küchenrolle auslegen und am nächsten Morgen kontrollieren, ob alle Vögel auf ihrem Platz sitzen geblieben sind. Die Kothäufchen sind deutlich sichtbar nur dort, wo die Vögel am Vorabend ihren Schlafplatz eingenommen haben. Dies ist sehr einfach zu erkennen und kostet nicht viel Mühe.

Notfallmaßnahmen:
Wenn es nun passiert ist, sollte man zunächst darauf achten, dass etwaige Blutungen mit blutstillender Watte zum Stillstand gebracht werden. Blutstillende Watte gehört in jede Vogelapotheke.

Zur Stärkung kann man Traubenzucker ins Trinkwasser geben. Auch K 1 ist durchaus empfehlenswert. Wichtig ist – dies hat mir mein Tierarzt so gesagt – auf jeden Fall die Gabe von Korvimin. Diese sollte ruhig über einen längeren Zeitraum erfolgen. Das Korvimin wird wie folgt dosiert: 2 TL Korvimin pro 1 kg Vogelfutter. Das Pulver einfach mit ins Futtergefäß geben und alles gut schütteln. Das Pulver haftet am Futter und wird so mit aufgenommen. Zur schnelleren Stärkung hat mir der Tierarzt Alamin empfohlen. Alamin enthält vorwiegend Aminosäuren sowie Mineralstoffe und einen Vitamin-B-Komplex und dient dem schnelleren Aufbau von neuem Gefieder.
 
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