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vogelsicheres Zimmer Bericht von TinaM Um freifliegende Nymphensittiche vor Gefahren in der Wohnung zu bewahren, sind einige Punkte unbedingt zu beachten und zu berücksichtigen! Neben der größten Gefahr, nämlich der des Entfliegens gibt es im menschlichen Umfeld noch jede Menge weitere potentielle Gefahren, die uns Menschen oftmals nicht auffallen - für unsere gefiederten Freude aber im Extremfall sogar tödlich enden können!
1.) giftige Zimmerpflanzen
Die meisten Nymphensittiche finden Gefallen am Benagen von Zimmerpflanzen, Fressen von Pflanzenerde usw. Hierbei ist zu beachten, dass die meisten Zimmerpflanzen schleimhautschädigende oder sogar hoch giftige Stoffe beinhalten! Hier nochmals der Verweis zum Menüpunkt Haltung und dort bei "Gefahren" den Bereich "Pflanzen". Zimmerpflanzen gehören eigentlich nicht in einen Raum, in dem Nymphensittiche frei fliegen dürfen! Es ist jedoch klar, dass nicht jeder alle Pflanzen aus seiner Wohnung verbannt, die er mit Sittichen teilt. Falls die Nymphensittiche unter Aufsicht fliegen, könnten schon Pflanzen im Zimmer bleiben. Man muß nur darauf achten, dass sie sie nicht beknabbern! Einige "vogelfreundliche" Pflanzen gibt es aber schon. Z. B. die allseits beliebte Yucca-Palme ist unschädlich. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass die Palmblätter sehr scharfkantig sind und zu Verletzungen an Füßchen oder Zunge/Schnabel führen können. Bei Kakteen ist absolute Vorsicht angebracht! Stacheln können zu langwierigen Abzessen führen.
Auch Pflanzenerde ist schädlich! Sie ist meistens mit Düngemitteln versetzt oder schimmelt sogar oftmals. Dieser Schimmel kann zur gefürchteten Schimmelpilz-Erkrankung beim Sittich führen! Also - Schnabel weg von der Pflanzenerde!
2.) Wasserquellen im Zimmer
Einige Vogelhalter haben z. B. evtl. ein Aquarium/Terrarium im Zimmer stehen. Da Nymphensittiche von Natur aus sehr neugierig sind, kann es in einem unbeobachteten Augenblick zum Ertrinken kommen! Also - alle evtl. Wasserquellen im Zimmer gut und sicher abdecken!
Auch Gießkannen und Vasen können eine Gefahr darstellen! Bitte nicht im Zimmer unbeaufsichtigt stehen lassen! Man muss immer wieder daran denken, dass Nymphensittiche sehr, sehr gute Kletterer sind und zudem sehr neugierig!
Gefährlich können auch Blumensträuße sein! Sie beinhalten oftmals giftige Blumen und sind zudem manchmal mit schleimhautreizenden Glanzsprays behandelt!
3.) Gefahren in Küchen
Eine weitere Gefahr sind heiße Töpfe oder Herdplatten! Hierbei bitte immer darauf achten, dass alle Töpfe fest verschlossen sind bzw. die Vögel während des Kochens auf keine Fall frei fliegen lassen!!! Der heiße Kochdampf kann dazu führen, dass bei einem Überfliegen die heiße Feuchtigkeit ins Gefieder zieht und den Vogel blitzschnell flugunfähig macht! Es kann zu tödlichen Unfällen führen.
Auch Herdplatten, die vor einigen Minuten noch glühend heiß waren, haben noch eine lange Nachwärme. Bitte auch hierbei darauf achten, dass wir unsere Handinnenfläche leicht auf die Platte legen können müssen, ohne dass es uns unangenehm ist, bevor sie vogelsicher ist.
4.) Spiegel und Scheiben
Nymphensittiche kennen von Natur aus keine Grenzen! Sie können daher zuerst keine Scheiben oder Spiegel als Grenze ansehen und erkennen. Beim Frontalaufprall können im Extremfall Genickbrüche oder Hirnblutungen auftreten, die zum plötzlichen Tod führen können.
Bei den ersten Freiflügen daher bitte alle Spiegel mit einem großen Tuch oder mit einer Decke abdecken. Fensterscheiben können mit heruntergelassenen Rolläden gesichert werden.
Nymphensittiche lernen sehr schnell und wenn die Vögel auf die Hand kommen, kann man ihnen z. B. die Gefahren "zeigen". Ich selbst habe meinen Vögel mit dieser Methode potentielle Gefahren "gezeigt". Ich habe meine Nymphensittiche auf die Hand genommen und bin mit ihnen z. B. zur Fensterscheibe gegangen. Wir haben dann eine Weile "rausgeschaut" und ich habe sie ganz sanft mit dem Bauch bzw. mit dem Schnabel an die Scheibe gedrückt. Sie spürten dadurch, dass dort ein - für sie (noch) nicht direkt erkennbares - Hindernis vorhanden war. Diesen Vorgang habe ich mehrfach wiederholt und bis heute - toi toi toi - sind niemals Unfälle vorgekommen!
Oftmals liest man auch von den Raubvogel-Aufklebern, die man auf Zimmerscheiben anbringen kann. Aber - ganz ehrlich - wer möchte diese Vögel auf Dauer auf seiner Scheibe kleben sehen? Zudem können die Aufkleber zu Panikattacken führen, da es Raubvogel-Aufkleber sind! Ich rate hiervon ab.
Eine Alternative wären Moskitonetze oder feinmaschige Gardinen, die vor die großen Fenster gehängt werden. Die Gardinen sollten extrem feinmaschig sein, damit die Füßchen und Krällchen sich nicht verfangen!
5.) Schränke
Eine weitere Gefahr beim Freiflug können Zwischenräume zwischen Wand und Schrank sein, die uns Menschen nicht auffallen! Der Vogel kann jedoch in einen solchen Zwischenraum stürzen und z. B. an einer Panikattacke oder inneren Organquetschung sterben.
Daher - bitte keine Zwischenräume frei lassen - also, den Schrank ganz dicht an die Wand rücken und mit Hilfe eines Volierendrahtes sichern.
6.) Gardinen
Viele Gardinen werden auch heute noch mit Bleibändern straff gehalten. Hierbei ist zu beachten, dass Blei für einen Vogel 100%ig tödlich ist! Die Nymphensittiche können unbeobachtet an den Bändern knabbern. Bitte daher keine Bleibänder in Gardinen einnähen lassen bzw. entfernen!
7.) Stromkabel und Steckdosen
Auch hier muß man immer die Neugier von Nymphensittichen berücksichtigen! Alle freiliegenden Stromkabel werden unter Umständen gerne benagt. Daher bitte möglichst unter Putz legen bzw. z. B. mit einer Leiste abdecken. Bei Steckdosen kann es auch gefährlich werden. Ich selbst habe es zuhause erlebt, dass meine Bubi mit ihrem Häubchen ganz dicht an einer Steckdose war und ich einen Riesenschreck bekommen habe! Direkt anschließend habe ich Kindersicherungen für wenige Euro im Baumarkt gekauft, so daß nun an den Steckdosen keine Gefahr mehr besteht.
8.) Putzmittel, Teflon, Farben, Lacke, Sprays
Da Nymphensittiche bzw. Vögel allgemein ein anderes Atemorgan besitzen als wir Menschen, sind ihre Atmungsorgane sehr viel sensibler als bei uns Menschen. Aufgrund dessen reagieren sie sehr stark auf Umweltgifte in Form von z. B. Dämpfen, Gerüchen usw.
Bitte alle Reinigungsmittel, Farben und Lacke aus dem Raum entfernen, in dem die Vögel gehalten werden! Auch bitte keine aggressiven Putzmittel verwenden!
Durch Teflondämpfe sind leider schon einige Vögel gestorben. Die Dämpfe legen sich als giftige Schicht auf den Luftsäcken der Vögel ab und es kommt zum schrecklichen Erstickungstod! Teflon ist u.a. enthalten in: - Teflonbeschichteten Pfannen und Töpfe - Raclettegeräte - Waffeleisen - Brotbackmaschinen - Bügeleisen - Föns - Glühbirnen für Rotlichtlampen (!!!) - bestimmte Backbleche (Ein sehr ausführlicher Bericht zum Thema Teflon ist in unserem NL-Forum hier zu finden)
Falls der Raum, in dem die Vögel gehalten werden, mal renoviert werden muß, sollten die Vögel in der Übergangszeit in einem anderen Raum untergebracht werden. Die evtl. Ausdünstungen von Farben, Tapetenklebern, Teppichböden, Parkettleim usw. können ebenfalls tödlich sein bzw. für evtl. Folgekrankheiten verantwortlich sein. Nach Beendigung der Renovierungsarbeiten sollte der Raum noch einige Tage gründlich gelüftet werden! Ebenso wurde schon von Todesfällen bei Vögeln berichtet, nachdem "frische" Plastiktischdecken aufgelegt worden waren; unschwer lässt sich auch für uns allein am intensiven Geruch dieser Tischdecken, wenn sie neu gekauft sind, erkennen, dass möglicherweise die Decke erst einmal "ausdünsten"muss: dazu am besten irgendwo draussen oder in einem anderen, Nymphies nicht zugänglichen Raum mehrere Tage "ausdampfen" lassen.
Auch Sprays wie z. B. Deo's, Haarsprays, Parfum usw. sollten nicht in einem Raum angewendet werden, indem sich die Vögel aufhalten!
9.) Wohlfühl-Klima
Auch hierbei muss man darauf achten, dass die Atmungsorgane unserer gefiederten Mitbewohner anders sind als bei uns Menschen und daher viel sensibler reagieren.
Eine große Gefahr bei - in der Wohnung gehaltenen Nymphensittichen bzw. Vögeln - sind Schimmelpilze. Sie befinden sich in der Atemluft; egal, ob im Innenraum oder in der Außenluft. Um die Konzentration der Schimmelpilze jedoch nicht zu sehr ansteigen zu lassen, sollte der Raum, in dem sich die Sittiche befinden, täglich mindestens einmal intensiv gelüftet werden!
Die Vögel sollten während der Zeit (z. B. bei kalten Außentemperaturen) mit einer dicken Decke abgehängt werden und nicht zu dicht am Fenster stehen (Zug!). Besser wäre es, die Vögel in der Lüftungsphase aus dem Raum zu nehmen.
Die ideale Zimmertemperatur beträgt zwischen möglichst gleichbleibenden 18-21° C. Auch die Luftfeuchtigkeit (speziell in den Wintermonaten) ist wichtig! Hierbei kann man z. B. einen Luftbefeuchter am Heizkörper befestigen, nasse Handtücher über die Heizkörper legen oder sogenannte Zimmerbrunnen einsetzen! Eine zu trockene Innenraumluft macht sich durch Niesen bei den Sittichen bemerkbar. 10.) Wände
Auch wenn es im ersten Moment komisch klingt, aber Wände können auch eine Gefahr für Nymphensittiche darstellen. So versuchen Nymphies auf Bildern (mit dünnem Rahmen oder Glasrahmen), Kalendern, Uhren zu landen und da sie sich dort anfangs meist nicht richtig festhalten können, können sie abstürzen und sich verletzen. Manche Vögel haben auch schon versucht auf einfach so auf Wänden zu landen, wenn sie z.B. Farbunterschiede an der Wand als Landemöglichkeit sehen. Von daher sollte man auch da schauen, dass Bilder fest an der Wand sitzen und ggfs. Diese Gegenstände für einen Landeanflug zu versperren. 11.) erster Freiflug
Wenn sich die Nymphensittiche nach ca. 4-5 Tagen ihre Zimmerumgebung gut eingeprägt haben, kann man sie zum ersten Mal frei fliegen lassen.
Hierbei sind zwei Unterschiede zu beachten. Wenn der Nymphensittich mit anderen Vögeln zusammen gehalten wird, wird der erste Freiflug für ihn nicht so sehr abenteuerlich werden, als wenn er alleine gehalten wird. Im Schwarm wird er sich den anderen Vögeln anschließen und ihnen folgen. Fluchtpunkte sind normalerweise die höchstgelegenen Plätze im Raum wie z. B. Schränke, Gardinenstangen, Lampen usw. Den anderen Vögeln wird er auch folgen, wenn es abends wieder in den Käfig/in die Voliere geht. Man hat somit nicht das Problem, den Vogel wieder in den Käfig zu buchsieren.
Falls der Vogel allerdings alleine gehalten wird und die ersten Freiflüge anstehen, hat man manchmal ein größeres Problem. Der Vogel wird evtl. schreckhaft durch den Raum flattern und sich dann den höchsten Punkt im Zimmer zur Landung auswählen. Dort wird er unter Umständen stundenlang sitzen bleiben.
Keine Panik! Den Vogel niemals jagen!!!
Spätestens wenn der Hunger kommt, wird der Vogel in seinen Käfig zurück fliegen, denn nach den o. g. 4-5 Tagen weiß er genau, wo es Futter und Wasser gibt.
Es ist aber darauf zu achten, dass der Nymphensittich evtl. erst selbst in den Käfig fliegt, wenn man den Raum verlässt. Daher - bitte immer Licht anlassen und ihn mal in Ruhe lassen!
Eine weitere Möglichkeit wäre das Anreichen eines Stöckchens. Evtl. klettert der Nymphensittich auf das Stöckchen und lässt sich zum Käfig zurück tragen.
Bei den ersten Freiflügen kann es immer zu ungewohnten Gefahren kommen - daher bitte meine Tipps hier beachten!
Mehr Infos dazu gibt hier unter dem Menüpunkt Haltung unter "Freiflug"
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