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vorsorgecheck 1. Entwurf

Copyright: Phantomine

Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei unserer vogelkundigen Tierärztin Frau Dr. med. vet. Reball (Fachtierärztin für Geflügel, Wild-, Zier- und Zoovögel) bedanken, die uns nicht nur sehr geduldig alles erklärte und sämtlich Fragen beantwortete, sondern in deren Praxis wir auch die Aufnahmen machen und mit ihrer Zustimmung hier veröffentlichen durften.

 

Ein Gesundheitscheck, so wie wir ihn hier beschreiben, ist ein Vorsorgecheck für gesunde Nymphensittiche, also für Nymphensittiche, denen es gut geht und die keine Auffälligkeiten zeigen.
Nymphensittiche, die möglicherweise Krankheitssymptome aufweisen oder gar "richtig krank" sind, brauchen ganz gezielte, symptombezogene Untersuchungen nach Empfehlung des behandelnden Tierarztes!

 

Was sollte alles untersucht werden?

Man muss unterscheiden, ob es sich um die erste Untersuchung handelt oder um eine Folgeuntersuchung.

  • Bei einer Erstuntersuchung ist der Erhalt von Basiswerten wichtig, anhand derer dann schneller und leichter evt. Auffälligkeiten oder Veränderungen festgestellt werden können.
  • Bei einer Folgeuntersuchung wird sich das Hauptaugenmerk auf evt. Auffälligkeiten, Veränderungen oder "Schwachstellen" richten und somit jede Folgeuntersuchung sehr spezifisch und Nymphensittich-individuell sein.
    Wir werden auf Folgeuntersuchungen deshalb hier nicht weiter eingehen.

Erstuntersuchung:

Zu den Basiswerten, deren Erhalt man mit der Erstuntersuchung bezweckt, gehören im allgemeinen neben

  • Gewicht und
  • Analyse der Gesamtkonstitution auch
  • eine Röntgenaufnahme,
  • eine Blutuntersuchung sowie
  • eine Kotprobe (Untersuchung auf Parasiteneier, Parasiten direkt wie z.B. Würmer, einzellige Parasiten und Giardien, Megabakterien) und
  • ein Kloakenabstrich (Untersuchung auf Bakterien, Pilze bevorzugt Hefepilze = Candida, und/oder Parasiten).

Wir haben uns beim ersten großen Gesundheitscheck unserer Nymphensittiche Diva-Jezzy und Tallinni dazu entschlossen, sowohl Röntgenaufnahmen als auch Blutentnahme sowie Kloakenabstrich unter Narkose durchführen zu lassen, damit die Piepser "nichts davon mitbekommen" und nicht unnötig gestresst werden. Da beide in guter Allgemeinkonstitution sind, erschien uns dies nach Absprache mit der behandelnden Tierärztin als bester Weg.

Ein Blick hinter die Kulissen der TA-Praxis in den OP-Bereich (alle Fotos zum Vergrößern anklicken):

Copyright: NL
Behandlungstisch mit Röntgengerät (oben)
Wärmematte und Inhalationsmaske (rechts)
Copyright: NL
für die Narkose ist alles vorbereitet

Die Narkose:

Wie sie im Detail vonstatten geht, hat Frau Dr. med. vet. Reball auf ihrer Homepage unter Vogelnarkose anschaulich beschrieben.

Bei bevorstehender, absehbarer Narkose sollte man bei Nymphensittichen (genauso wie bei den Menschen) darauf achten, dass sie vorher nichts oder nicht viel gefressen haben.

Während der Narkose selbst durften wir nicht anwesend sein, da es zum einen sehr schnell gehen sollte und zum anderen die ganze ungeteilte Aufmerksamkeit der Tierärztin den Piepsern gelten sollte und wir wohl nur behindernd im Wege herum gestanden wären.
Sehr bemerkenswert fanden wir übrigens auch, dass zum vorher vereinbarten Termin für diese Untersuchung extra noch eine zweite Person vom Fach anwesend war, die sich um nichts anderes kümmerte, als um unsere Nymphies unter Narkose ...

Copyright: NL
Tallinni nach der Narkose
(unter ihm liegt eine Wärmematte, da Nymphensittiche sehr schnell auskühlen und zusätzlich Wärme brauchen)
Copyright: NL
Tallinni kurz vor dem Aufwachen:
über die Inhalationsmaske erhält er jetzt statt des Narkosemittels reinen Sauerstoff

Die Blutuntersuchung:

Anhand des Blutes kann man erkennen, wie es dem Tier geht.

Nymphensittiche haben ca. 10 % ihres Körpergewichts an Blut; max. 1 % davon kann aus gesundheitlichen Gründen für eine Untersuchung entnommen werden: d.h. bei einem 100 g schweren Nymphensittich sind das gerade mal maximal 1 ml Blut.
Damit wird schnell deutlich, dass ihnen nur eine geringe Blutmenge abgenommen werden kann und es vorher genau zu überlegen ist, welche Untersuchungen notwendig sind!

Die Untersuchungsmöglichkeiten anhand des Blutes sind so vielfältig, dass es zu weit reichen würde, wollten wir hier alle aufzählen.

Die Basisblutuntersuchung wird sich somit auf die

  • blutchemischen und
  • hämatologischen Werte beschränken (Leukozytenzahl, Hämatokritwert, Differenzialblutbild).
  • Bei Nymphensittichen wird zudem eine Untersuchung auf den Zinkgehalt im Blut empfohlen.

Die Blutentnahme erfolgte bei unseren Nymphensittichen in Inhalationsnarkose aus der Halsvene (Tallinni) und der Flügelvene (Diva-Jezzy).

 

Die Röntgenaufnahme

Sie zeigt einen Blick in das Innere des Vogels und gibt Aufschluss über die inneren Organe wie z.B. deren Größe und Lage, evt. Verdichtungen und auch die Knochenausbildung sowie Gesamtzustand.

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Diva-Jezzy

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Tallinni

Es war für mich sehr berührend, die Röntgenaufnahmen von unseren Häubchen zu sehen ...
Unsere TÄ erklärte uns auch hier sehr ausführlich, was was ist und was man erkennen kann: wie z.B., dass man an DJ's Becken- bzw. Oberschenkelknochen die Kalzium-Einlagerungen (ihre Knochen sind dadurch viel weißer auf dem Röntgenbild als die entsprechenden von Tallinni) erkennt, was darauf hindeutet, dass sich ihr Körperchen auf "Eier legen" vorbereitet.
Auch gut erkennen kann man die unterschiedliche Statur unserer beiden (DJ ist von der ganzen Konstitution um einiges kräftiger als Tallinni und neigt dazu, "dicker" zu werden).

Nach den Untersuchungen bzw. der Narkose bekamen beide im Behandlungszimmer zur Wärmezufuhr noch Rotlicht:

Copyright: NL

wichtige Hinweise (wie sie auf dem Bild oben anschaulich verdeutlicht werden).

  • IMMER mind. 50 cm Abstand zwischen Käfig/Nymphensittich und der Wärmequelle (Rotlicht, Wärmelampe) halten wegen der Verbrennungsgefahr!
  • IMMER dem Nymphensittich die Möglichkeit geben, dem Licht / der Wärme auch ausweichen zu können!

 

Unsere Mäuse haben alles bestens überstanden: sie waren zwar ein wenig müde von den ganzen Aufregungen und ein wenig "zerzaust" (was anschließend durch sehr ausgiebiges Putzen wieder wettgemacht wurde), aber schnell wieder wie gewohnt voll topfit. Den restlichen Tag haben wir aber doch noch dafür gesorgt, dass sie Ruhe bekamen und sich erholen konnten.

Wir haben diesen sehr umfangreichen Gesundheitscheck im Interesse unserer beiden Nymphensittiche machen lassen (meine Nerven lagen ziemlich blank an diesem Tag ;-) ) und weil wir unserer Tierärztin und ihrer Kompetenz vertrauen und unsere Lieblinge bei ihr in den besten Händen wissen.

 
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