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Beispiel 2 (Bericht von Dani mit baufachlicher Beratung von Dieter S.) Die Maße der Voliere sind 3,10 m x 2,40 m (plus Schleuse 0,80 x 0,80 m), davon Schutzraum 0,50 x 0,70, Höhe 1,00 m) (alle Fotos zum Vergrößern anklicken) „Am Anfang war“ – eine hässliche Garagenrückwand, an die schon seit mindestens 15 Jahren, unter anderem wegen der besseren Zugänglichkeit der Garage, eine kleine Terrasse angebaut werden sollte. Außerdem sollte ein kleiner Raum für die Gartenwasserpumpe geschaffen werden. Aber das hat ja alles noch viel Zeit, irgendwann wird das schon fertig werden.
 Plötzlich musste alles sehr schnell gehen. Mitte Mai 2007 wurde kurzerhand entschieden, dass spätestens Mitte September 2007 vier Nymphensittiche in eine noch zu errichtende Außen- voliere einziehen werden. Grund war eine bereits fortgeschrittene Vogelhalterlunge, die es nicht mehr zuließ die Nymphies in der Wohnung zu halten. Außerdem sollten die Süßen rechtzeitig vor dem Winter in ihre neue Voliere einziehen, um sich an sinkende Temperaturen zu gewöhnen. Die Standortwahl war unter Berücksichtigung des oben erwähnten Umstandes sehr schnell geklärt, und nach kurzer Überlegung über die grundsätzliche Bauart der Außenvoliere wurde entschieden, die AV in Anlehnung an die schon bestehende Hauptterassenüberdachung und wegen der damit verbundenen Helligkeit in der Voliere hauptsächlich aus Holz und Glas zu bauen. Das Ganze soll auf einer stabilen Betonplatte aufgebaut werden, die wegen der besseren Reinigungsmöglichkeit frostfest verfließt wird. Die Größe soll etwa 7,5 qm betragen, um noch Platz für 2 weitere Nymphies zu haben. Als Rückzugsraum für Frosttage soll ein wärmegedämmter und beheizter Schutzraum, der in die Voliere integriert ist, dienen. Der Schutzraum soll durch ein großes Fenster mit Wärmeschutzverglasung zu Fütterungs- und Reinigungszwecken zugänglich sein. Ein befreundeter Architekt wurde schnell gefunden, der anhand dieser Grundlagen einen genauen Bauplan erstellte und auch einige Ratschläge zur Materialauswahl machte. Und schon ging's los mit dem Aushub. Da ein Handaushub für unsere zarten Bürohände nicht sehr zuträglich gewesen wäre, wurde er mit einem Kubota Minibagger erledigt. Der Bagger konnte durch die hintere Garagentür in den Garten fahren und hat den Aushub in 2 Stunden erledigt.
 Anschließend wurde die Schalung gebaut, die ersten Elektroleerrohre verlegt, und Armierungsmatten eingebracht. An den kurzen Seiten waren bereits Stützfundamente für die Terrassenplatte vorhanden, die lange Vorderseite wurde mittels verlorener Schalung gleich mit einem Schenkel bis Frosttiefe betoniert. Der Schenkel wurde mit 5 cm Dämmmatte, in die Schalung eingelegt, gegen Frost geschützt. An der Garagenwand konnte das Garagenfundament als Auflager genutzt werden, da dieses 25 cm unter der Wand herausragte.
 Nach all diesen Vorbereitungen kam der große Tag, an dem endlich der Beton kam. Es wurden 3 m³ Lieferbeton der Klasse C 25/30 in die Schalung eingefüllt und mittels Rüttelflasche verdichtet. Zur Einbringung mussten einige Zaunbretter demontiert werden, dadurch konnte auf eine Betonpumpe verzichtet werden. Der Beton wurde mit dem Rechen verteilt, und anschließend mit dem Glättbrett geglättet.
 Nun begann der Aufbau des hinteren Volierenbereiches. Wie bereits erwähnt sollte in diesem Bereich ein Raum für die Gartenwasserpumpe untergebracht werden. Daneben sind ein Raum für den Industriesauger für die Volierenreinigung und ein Vorratsraum vorgesehen. Diese beiden Räume erhalten eine Gittertür. Der Pumpenraum soll nur von außen zugänglich sein. Da wir alle keine Maurer sind, und auch vom Verputzen einer Mauer nichts verstehen, haben wir uns entschlossen den Aufbau in Trockenbaukonstruktion zu erstellen. Da Gipsbauplatten jedoch im Außenbereich nicht so gut geeignet sind, wurde als Baustoff Fermacell verwendet. Auch diese Platten gibt es in jedem Baumarkt, sie sind jedoch etwas teurer als Gipsplatten. Aus Stabilitätsgründen wurde die Konstruktion im unteren Bereich nach Einbringen der erforderlichen Leerrohre für die Elektroinstallation und der erforderlichen Wasserrohre mit Beton ausgegossen. Dazu mussten die Wände gut abgestützt werden, um ein Durchbiegen der Fermacellplatten zu vermeiden. In diese Unterkonstruktion wurden bereits die Halter für die Balkenkonstruktion aus Gewindestangen M16 einbetoniert und dabei mit einer provisorischen Holzlehre auf genaues Maß gebracht. Die übrigen Balkenhalter wurden exakt gemäß Plan mittels Zweikomponentenbaukleber in die Betonplatte geklebt.
 Nach dem Einschalen und Betonieren aller Sockel konnte mit den Fliesenarbeiten begonnen werden. Da Fliesen im Außenbereich in jedem Fall frostfest sein müssen, und Naturstein zurzeit sehr preiswert in den Baumärkten angeboten wird, viel die Wahl auf Granit. Dieser wurde in 3 verschiedenen Ausführungen verwendet: - Der Außensockel wurde mit 3 cm starken Platten verkleidet, die bereits in die Schalung eingelegt wurden und somit dauerhaft mit dem Sockelbeton verbunden sind.
- Der Boden wurde mit 2 cm starken Platten 40x40 cm in Mörtelbettverlegung belegt. Diese wurde erforderlich um ein Gefälle in Richtung Wasserauslauf zu erzeugen.
- Die Innen- und Oberseiten der Sockel wurden mit 1 cm starken Platten 30x30 cm in Dünnbettklebetechnik verkleidet. Die gleichen Platten wurden auch an der Hinterseite des Aufbaus verwendet.
Es sollte hier vermerkt werden, dass als Fliesenmörtel und -kleber sowie Verfugungsmasse nur Markenerzeugnisse verwendet wurden, keine Billigprodukte, denn die Fliesenarbeiten sollen auch nach mehreren Wintern in einwandfreiem Zustand sein. Dies soll keine Abwertung von Baumarktprodukten sein, aber im Außenbereich gibt es keine Kompromisse. Etwa zu dieser Zeit hat die Damenmannschaft noch die Garagenwand in einem herrlichen Lindgrün gestrichen und einen wunderbaren, fast realistischen Baum an die Wand gemalt. Die Fliesenarbeiten waren gerade fertig gestellt und ausreichend getrocknet, so dass die Fliesen betreten werden konnten, als auch schon der Zimmerer mit etwa 80 lfm. Holz ankam. Die Balken 80x100 mm waren bereits gehobelt und zum größten Teil gemäß Plan auf Maß geschnitten.
 Am ersten Tag war bereits der gesamte Volierenbereich und am zweiten der Rest erledigt. Die stehenden Balken wurden mit Mutter und großer Beilagscheibe auf die fertigen Gewindestangen M 16 gesetzt und konnten so millimetergenau in der Höhe eingestellt werden. Die Pfette wurde ebenfalls mittels M 16 Gewindestangen, die mit Zweikomponentenbaukleber in die vorher gebohrten Ziegellöcher geklebt wurden, befestigt. Anschließend wurde der ganze Verband in bewährter Zimmermannsarbeit mittels Zapfen und Zapfloch zusammengesetzt. Endlich konnten alle provisorischen Regenabdeckungen entfernt, und auf unseren nagelneuen Dachstuhl eine Plane befestigt werden, so dass alle weiteren Arbeiten nun im Trockenen erledigt werden konnten.

Dies war auch dringend erforderlich, denn nun musste der Schutzraum, der sich im Inneren der Voliere befindet, aufgebaut werden. Als erstes wurden als obere Abdeckung des Unterbaus 2 Fermacellplatten mit der Unterkonstruktion verklebt. Der Schutzraum wurde auf diesen Platten ebenfalls in Trockenwandbauweise mit 5cm Profilen aufgebaut, auch hierfür wurden Fermacellplatten verwendet, und der Hohlraum mit 5 cm Isovermatten ausgefüllt. Auch oben und unten wurde der Schutzraum so gegen Kälte isoliert. Der obere Bereich ist in einen warmen, linken und einen kalten, rechten Teil aufgeteilt. Links befindet sich, vom Innenraum durch Gitter nach unten abgetrennt, ein 200 W Wärmestrahler, eine Arcadia Birdlamp und ein Nachtlicht . Rechts befindet sich außerhalb des Schutzraums die erforderliche Elektrotechnik; Erläuterungen hierzu noch später.
 Erst nach Fertigstellung des Schutzraumes, bei dem noch zum Teil von oben geschraubt werden musste, konnte die Glasmontage auf dem Dach und den Seitenwänden geschehen. Vorher musste jedoch erst noch eine 4,5 m lange Markise montiert werden. Diese soll im Sommer die größte Hitze von der Voliere abhalten und ist deshalb über dem Glasdach befestigt. An eine spätere elektrische Steuerung ist gedacht. Für das Dach wurde Verbundsicherheitsglas VSG 8 mm (das ist Vorschrift, sagt der Architekt) und für die vertikalen Seitenscheiben VSG 6 mm verwendet. VSG besteht jeweils aus zwei Glasscheiben, die mit einer Klebefolie verbunden werden. Der Vorteil ist, dass bei einer Beschädigung im Gegensatz zu ESG nicht die bekannten 10000 Glassplitter entstehen, und auch wenn ein Sprung entsteht, meistens nur eine Scheibe betroffen ist und das Ganze immer noch dicht ist. Zur Befestigung der Glasscheiben wurden Elemente der Firma Alwo verwendet, die hat der Glaslieferant gleich mitgeliefert. Diese bestehen aus Unter- und Oberschiene die jeweils mit Dichtungen ausgerüstet sind. Das Ganze lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick sehr gut selbst montieren, wäre aber natürlich auch vom Glaser auf Wunsch montiert worden. Auf jeden Fall haben wir alle Glasplatten auf dem Dach ohne Bruch innerhalb von 3 Stunden ohne Probleme montiert. Vorraussetzung hierfür war jedoch der handwerklich und maßlich einwandfrei gefertigte Dachstuhl.
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