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Männchen oder Weibchen??? Hahn oder Henne? Wie erkenne ich, was was ist? Die Frage der Geschlechtsbestimmung ist wohl die am häufigsten gestellte Frage! Und es ist zugleich eine Frage, die entweder sehr einfach oder nur schwer zu beantworten ist! Es gibt 4 Möglichkeiten, das Geschlecht eines Nymphensittichs zu bestimmen: Oft gehörte, meist aber unfundierte Unterscheidungsmerkmale ... - Der Nymphensittich hat eine so große Haube, darum ist es ein Hahn: falsch!
Die Haubengröße ist ausschließlich ein Resultat der Zuchtlinie und lässt KEINEN Rückschluß auf das Geschlecht zu.
- Der Nymphensittich hat einen so großen / so intensiven Wangenfleck, darum ist es ein Hahn: falsch!
Die Intensität und Größe des Wangenflecks ist ebenfalls das Ergebnis gezielter Zucht und somit kein geeignetes Mittel, daraus Geschlechtsunterschiede zu erkennen. Es sei denn, es handelt sich um wild-/zimtfarbene erwachsene Vögel und die Aussage zur Intensität des Wangenflecks bezieht sich auf den Unterschied zwischen "grau überhaucht" und "klar gefärbt", dann wäre die Aussage richtig, da erwachsene Hähne einen kräftigeren Wangenfleck haben als erwachsene Hennen; bei Schecken ist ein Rückschluss jedoch nicht möglich!
- Der Nymphensittich ist größer / kräftiger als der andere, darum ist es ein Hahn: falsch!
Auch das ist einzig und allein ein Resultat der Zuchtlinie.
- Der Nymphensittich macht Engelchen (hängt kopfüber mit ausgebreiteten Flügeln), darum ist es eine Henne: falsch!
Auch Hähne hängen gerne mit ausgebreiteten Flügeln kopfüber! Der Vollständigkeit muss aber gesagt werden, dass dieses Verhalten bei Hennen öfter beobachtet wird als bei Hähnen. Daraus jedoch einen sicheren Rückschluß auf das Geschlecht ziehen zu wollen, wäre nicht richtig.
Gefiederfärbung
Jungvögel (Abkürzung: 0,0,1): Bis zur Jugendmauser mit ca. 6 Monaten ist die Frage nach dem Geschlecht sehr schwer zu beantworten, da junge N. keinerlei geschlechtsspezifisches Merkmal in diesem Alter äußerlich aufweisen. Altvögel (Abkürzung: 1,0 oder 0,1): Ist das Gefieder das des erwachsenen Tieres, so kann bei allen Nymphies - mit Ausnahme der einheitlich gelben, weissen oder der gescheckten - das Geschlecht anhand der Kopffärbung (nicht bei Weißkopfnymphies) sowie der Färbung von Schwanz- und Flügelunterseite bestimmt werden. Tipp: Beispiele zur Wildfarbe: (Foto zum Vergrößern bitte anklicken) (Ein Beitrag aus unserem NL-Forum, in dem anhand von Fotos Hilfestellung zum Federnvergleich Hahn / Henne bei wildfarbenen gegeben wird : Federnvergleich Hahn oder Henne bei Wildfarbenen ) | wildfarbener Jungvogel 1,0 in der Jugendmauser: deutlich sind auf der Unterseite seiner Schwungfedern die bereits ausgewechselten Federn (einheitlich grau) und die noch vom "Baby-Gefieder" übrigen Federn ( in der Mitte, mit der Perlung) zu erkennen. Er wird auch diese Federn noch gegen einheitlich graue auswechseln. |
Weibchen (Hennen, Abkürzung: 0,1) Schwanz: typische Querbänderung auf den unteren/inneren Schwanzfedern, die sich deutlich in gelb/weiß und grau absetzt Flügel: die äußeren Schwungfedern des Weibchen tragen Punkte, ebenfalls in gelb/weiß Kopf/ Maske: sieht grau überhaucht aus | | wildfarbenes Weibchen | zimtfarbenes Weibchen |
Männchen (Hähne, Abkürzung:1,0) Schwanz: einheitlich gefärbte Schwanzunterseite in dunklerem Grau Flügel: einheitliche Färbung ohne Punkte Kopf/Maske: Die Kopf- /Haubenfärbung des Männchens ist kräftig in weiß/gelb mit klarem orange/roten Wangenfleck (bei Weißkopfnymphensittichen fehlt der Wangenfleck!) | | wildfarbenes Männchen | Weißkopf wildfarben Männchen |
Bei weiß-/gelbgefärbten und gescheckten N. sind die Geschlechtsunterschiede anhand des Gefieders schwierig festzustellen, da meist die oben genannten typischen Merkmale sehr schwer bis gar nicht sichtbar sind.
Vererbungslehre
Wie man teilweise bereits beim Schlüpfen das Geschlecht eines Nymphensittichs oder spätestens dann, sobald die ersten Federchen sichtbar werden, erkennen kann, ist ein eigenes Kapitel hier im NymphensittichLexikon, nämlich Vererbungslehre bzw. der Genetik. Wir sagen bewusst "kann", da es immer auf die Verpaarung bzw. die Farbe der Eltern ankommt, inwieweit sich daraus verbindliche Rückschlüsse ziehen lassen.
Verhalten
Junge Männchen fangen im Alter von ca. 3 Monaten an, interessiert zuzuhören und auch Laute nachzuahmen. Ein Weibchen verhält sich lautmäßig eher ruhiger / eintöniger. Ganz typisch für einen Hahn ist sein Balzverhalten, das sich durch V-förmig abgestellte Flügel, Herumstolzieren, Klopfen auf Gegenstände, trippelnde Schritte und auch lautes / leises Singen darstellt. Insbesondere das Nachahmen von Tönen und Geräuschen sowie eine größere Tonvielfalt lässt einen Rückschluß auf den Hahn zu. Die Henne hingegen wird ihre Paarungsbereitschaft durch sich ducken, Körper in leichter Schräghaltung mit Schanz nach oben sowie eher fiependen Tönen zeigen (Beschreibung dazu ebenfalls unter dem vorab genannten Link). Tipp: - Mehr zum Verhalten mit Bildern und Videos sind im Menüpunkt Verhalten >> Überblick auf den dortigen Unterseiten zu finden.
- Mehr zu den Tönen, die Jungvögel, Hähne aber auch Hennen von sich geben, sind unter dem Menüpunkt Hören & Sehen rechts in der Navigationsleiste bei Sounds zu finden.
genetischer Test (DNA-Test) Muss man dringend das Geschlecht seines Nymphensittichs erfahren (vielleicht weil man nicht mehr länger auf einen Partnervogel warten möchte) oder ist einfach neugierig und will nicht warten, bis sich der Nymphensittich gesanglich oder gefiedertechnisch „outet“ so bietet die DNA – Analyse die sicherste Methode zur Geschlechtsbestimmung. Verschiedene Labore bieten Geschlechtbestimmungen anhand gezogener oder frisch ausgefallener Federn. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, vom Tierarzt Blut abnehmen zu lassen und dieses einzuschicken (wichtig: das Blut muss in speziellen Röhrchen eingesandt werden, die die Blutgerinnung vermeiden). DNA-Analyse mittels Federn: Die Federn müssen ganz frisch ausgefallen sind, oder sollten noch besser (für die Anlayse) gezupft sein. Am besten eignen sich Schwanz- oder Schwungfedern mit Federkiel. Die Federn dürfen nicht mit bloßen Händen an den Kielen berührt werden, sondern sollten vom Tierzarzt mit einer Pinzette vorsichtig gezupft und gleich in ein Tütchen verpackt werden. DNA – Analyse mittels Federn können oftmals über den Postweg erfolgen, das Ergebnis erhält man dann schriftlich oder telefonisch einige Tage nach Eingang der Federn im jeweiligen Labor. DNA-Analyse mittels Blut: Der Tierarzt (und NUR DIESER darf das machen !!) nimmt das Blut fachgerecht ab. Im allgemeinen wird diese Methode als sicherer empfohlen, da es nur bei der Blutabnahme zu garantieren sei, dass auch genügend Erbmaterial enthalten wäre um eine DNA – Analyse mit eindeutigem Ergebnis durchzuführen. Die Analyse mittels Federn ist die kostengünstigere Alternative. Links zu einigen Laboren, die die DNA – Analyse anbieten: Geschlechtsbestimmung durch Endoskopie: Die Endoskopie ist ein operativer Eingriff, der nur durch versierten TA durchgeführt werden sollte. Wir empfehlen diese Art der Geschlechtsbestimmung auf gar keinen Fall für Nymphensittiche, da sie unserer Meinung nach viel zu kompliziert und für den Nymphy selbst auch gefährlich sein kann, da Verletzungsgefahren an inneren Organen nicht ausgeschlossen werden können.
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